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Die Blütenpracht trotzt der Kälte

Landesgartenschau Eutin Die Blütenpracht trotzt der Kälte

Für die kommenden 159 Tage wird die Stadt Eutin zum Mekka der Pflanzenfreunde in Schleswig-Holstein. Die Landesgartenschau (LGS) 2016 öffnet am Donnerstag ihre Tore. Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz und LGS-Geschäftsführer Martin Klehs und Bernd Rubelt werden um 9 Uhr das „grüne Band“ durchschneiden.

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Ranunkeln und Goldlack in der Rosenstadt: Das Wechselflorband vor dem Eutiner Schloss ist das beliebteste Fotomotiv dieser Landesgartenschau.

Quelle: Dirk Schneider

Eutin. 22 Stunden vor der Eröffnung bitten Rubelt, Klehs und Projektleiter Christian Kamer zum Rundgang über das 27 Hektar große Gelände. Thema Nr. 1: das Wetter. Natürlich hätte man sich gewünscht, „dass die Tulpen besser im Saft stehen“, räumt Kamer ein. „Zu viel Nässe. Aber sie hätten auch verblüht sein können.“ Oder es hätte noch schlimmer kommen können. „In Bayreuth hatten sie letzte Woche Schnee zur Eröffnung“, berichtet Rubelt.

Das sind die ersten Eindrücke der Landesgartenschau in Eutin 2016.

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Am Dienstag wurde noch mal nachgepflanzt: Phlox, Bartnelken, Vergissmeinnicht, Gänseblümchen. „Uns war das Blütenerlebnis im Eingangsbereich wichtig“, erklären Rubelt und Klehs. Die LGS soll sich gleich zu Beginn „in Rosen gebettet“ präsentieren. 600000 Besucher müssen kommen, damit sich das 9,5-Millionen-Euro-Abenteuer rechnet.

"Landschaft trifft auf die Stadt"

Am Gärtnermarkt führt Rubelt die Journalisten an einen „besonderen Ort“. Von hier hat man einen herrlichen Rundumblick auf den Eutiner See und das Bauhofareal mit den Blumenhallen. Der Geschäftsführer weist auf die nahen Rapsfelder: „Hier trifft unsere typische Landschaft auf die Stadt.“ Bewusst wurden an dieser Stelle regionale Obstgewächse platziert. Ein paar Schritte weiter warten 150 Holzbienen, von den Landfrauenvereinen gefertigt und auf künstlichen „Stacheln“ zur Schau gestellt. In „Käpt’n Eus tierischer Farm“ präsentiert die Arche Warder Osterlämmer. Käpt’n Eu ist das Maskottchen der LGS.

In der Abteilung Hausgärten stellen Betriebe die neuesten Gartenbau-Trends vor. Auf engstem Raum. „Die Grundstücke werden ja auch immer kleiner“, erklärt Rubelt. Am Info-Pavillon zeigt sich, dass sogar Glasdächer begrünt werden können. In den „Gärten der Erinnerung“ geht es um moderne Grabgestaltung anno 2016.

Die Knaller kommen noch. Über eine Naturwiese mit geschütztem Baumbestand gelangen wir zur Brücke über den Lindenbruchgraben, Teil des Eutiner Hochwasserschutzsystems. Vor uns liegen die „Kulturgärten“ – Reminiszenz an das Eutiner Bildungsbürgertum. Carl Maria von Webers „Freischütz“ wird hier zwischen Schachbrettblumen und Süßer Wolfsmilch gärtnerisch in Szene gesetzt. In den alten Torhäusern und dem ehemaligen Kuhstall warten imposante Blumenschauen auf die Besucher, alle 14 Tage im Wechsel. Den Anfang machen Azaleen und Rhododendren, wenn denn alles noch klappt in der letzten Nacht vor der Eröffnung.

Weite Wege zum Wandern

Die LGS Eutin bietet viel – auch weite Strecken ohne Spektakel. Wer gern unter Bäumen oder am See spaziert, findet hier reichlich Gelegenheit. Durch den Küchengarten mit Orangerie gelangen wir in den Schlossgarten. Der Wechselflor vor historischer Kulisse ist wohl das beliebteste Fotomotiv dieser LGS. Auf der anderen Seite bestimmt die riesige Bühne das Bild. Hier wird nicht nur am Sonnabend die offizielle Eröffnungsfeier stattfinden, sondern ein großer Teil des Programms bis zum 3. Oktober.

Wer die Gartenschau am Stadteingang beginnt, hat sogleich das Erlebnis der umgestalteten Stadtbucht. Doch die „völlig neue Wasserkante“, wie Bernd Rubelt sagt, begeistert nicht alle Vielen ist sie zu modern und schmucklos. „Sieht aus wie alle Promenaden“, sagt einer. Gleiches gilt für den Seepark, den man „geöffnet“ habe. 250 Bäume mussten gefällt werden, „auch aus baumpflegerischen Gründen“, so der Geschäftsführer. Dafür gibt es Spielgeräte für Kinder und einen Strand mit Cocktailbude.

Öffnungszeiten und Preise

Bis 3. Oktober täglich 9 bis 19 Uhr, Erwachsene 16 Euro/erm. 14 Euro, 7 bis 17 Jahre 5 Euro, Abendkarte (ab 18 Uhr) 10 Euro. Hier finden Sie den Plan der LGS.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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Mit Video
Foto: Manja Fieberg genießt die Arbeit auf der Landesgartenschau in Eutin bei jedem Wetter.

Die Landesgartenschau (LGS) in Eutin ist ein Mammutprojekt. Allein 93 ehrenamtliche Helfer sind für die Betreuung der erwarteten 600.000 Besucher zuständig. Manja Fieberg ist eine von ihnen. Sie hat bereits ihre Lieblingsplätze auf dem Gelände, die sie im Video vorstellt.

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