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Pflanzenkunde vor kulturellem Hintergrund

Landesgartenschau Eutin Pflanzenkunde vor kulturellem Hintergrund

In 20 Tagen wird die Landesgartenschau 2016 eröffnet. 600000 Besucher erwartet Eutin auf dem 27 Hektar großen Gelände am Großen Eutiner See. Das Motto lautet: „Eins werden mit der Natur.“ Die blüht jetzt endlich auf. Ein besonderer Akzent der Großveranstaltung liegt auf dem kulturellen Erbe der Stadt.

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Ulrike Rodowski und Ehler Schümann an ihrem „Hexenkessel“ im Historischen Küchengarten.

Quelle: Dirk Schneider

Eutin. Die Vorfreude lässt die Projektleiter Stephanie Bolz und Christian Kamer strahlen. Seit ein Gewitterguss die Naturwiese im Süduferpark geflutet hat, regt sich was: Die vier eingepflanzten Blühbänder machen sich bemerkbar. „Mitte Mai kommen die raus“, prophezeit die 45-jährige Diplom-Ingenieurin für Landespflege. Im Juni soll am Lindenbruchgraben der Sommerflor stehen: Mohn, Kornblumen, Schafgabe als Weiden für Insekten und Schmetterlinge.

Im März 2014 hatte die LGS-Mannschaft im Alten Forsthaus Quartier genommen. „Damals wurde erst mal nur rumgesponnen“, erinnert sich Bolz an die Zeit der Ideenfindung. Eine „Charakter- und Lebensschule“ sei das gewesen. Zwei Jahre später haben über 500 Mitarbeiter das Projekt LGS auf die Beine gestellt. Die Gartenschau mit mehr als 2000 Einzelveranstaltungen soll das Gesicht der Weber-Stadt über die Ausstellungsdauer hinaus prägen.

"Der Freischütz" ist gleich doppelt vertreten

Ein besonderer Akzent liegt auf dem kulturellen Erbe der Stadt Eutin. Nicht zufällig ist die Oper „Der Freischütz“ ihres berühmten Sohnes Carl Maria von Weber gleich zweimal in der Abteilung „Kulturgärten“ vertreten. Da stehen die Liebenden Agathe und Max in einem Beet aus Tulpen, während der Jäger Samiel in der Wolfsschlucht wartet. Noch eindrucksvoller erlebt der Besucher den Garten „Komposition“. Beim Betreten der Blackbox erklingt die Ouvertüre der Oper, man schreitet über Gitterroste zwischen Glasschotter, von unten leuchten LEDs in vier wechselnden Farben. Das Holzdeck am Ausgang hat die Form der Amplitude der Eröffnungsmusik. Studenten der Garten- und Landschaftsarchitektur haben die Parzellen entworfen.

Es ist nur ein kleiner Ausschnitt des vielseitigen Programms. Mit elf „Hausgärten“ stellen sich regionale Gartenbaubetriebe vor. Die Sparte der Friedhofsgärtner zeigt in den „Gärten der Erinnerung“ zeitgemäße Grabgestaltung. Die historischen Kuh- und Pferdeställe in unmittelbarer Nähe der Eutiner Festspiele werden zwei Blumenschauen bieten.

„Der genialste Ort“ aber, sagt Stephanie Bolz, sei der „Historische Küchengarten“ aus dem 18. Jahrhundert. Vor der Kulisse mit Schloss und Orangerie regieren jetzt Gartenfreunde wie Ulrike Rodowski und Ehler Schümann von der „Arbeitsgemeinschaft Hexenkessel“. Das 16-köpfige Team legt zum Beispiel einen „Giftgarten“ für den Apothekerverein an und bestückt das Heilpflanzen-Karussell. Jenseits der „Klimamauer“ gedeihen vergessene Obst- und Gemüsesorten vor den Augen der Besucher: historischer Roggen und Spargel, Äpfel und Weinreben vom Ingenhof aus Malente. Am Ende der „Pflaumenallee“ lockt der „Schnittlauchpunkt“, eine Holzskulptur, in den Spiel- und Lernbereich. Unter dem Slogan „Plietsch grün“ und in Partnerschaft mit den Sparkassen stellt sich die LGS einen Bildungsauftrag. Ein „grünes Klassenzimmer“ für das Einmaleins der Pflanzenkunde. Es schließen sich an das Areal des Schlossgartens, die Stadtbucht mit Anlegestelle für den Bootsshuttle zum „Freischütz“ und der Seepark mit Spielparcours und Strandkörben.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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