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Wie ein Baumstumpf zur Eule wird

Malente Wie ein Baumstumpf zur Eule wird

Wer im Malenter Holmwald spazieren geht, trifft überraschend auf eine spezielle Kunstform am Wegesrand. Aus jeweils einem Stück Holz hat der Malenter Heiko Wussow Tierfiguren herausgearbeitet. Sein Werkzeug: eine Kettensäge.

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Der intelligente Uhu thront bei Heiko Wussow auf einem Bücherstapel. Der kreative Malenter braucht ein Stück Holz oder einen hohlen Stamm nur anzuschauen, schon hat er eine neue Idee für eine Skulptur.

Quelle: Orly Röhlk

Malente. Da thront der Uhu auf einem Bücherstapel, macht sich der Eisvogel bereit, den Fisch zu fangen, scheint der Seeadler kurz davor, seine Schwingen auszubreiten. „Es hat sich entwickelt. Ich wollte nicht immer nur alles klein sägen, um es zu verwerten, sondern auch einmal etwas schaffen, das Bestand hat, etwas Bleibendes“, blickt der 59-jährige zurück. Baumkronen zu Brennholz zu verarbeiten ist das eigentliche Metier des Kaufmanns und gebürtigen Hamburgers, der wegen der Bundeswehr 1977 nach Eutin kam und seit 2007 in Malente lebt. Er habe zunächst nur Skulpturen für den eigenen Garten geschaffen, suchte dafür Holzstücke aus und begann, mit seiner Kettensäge Pilze zu formen. Es folgten Eichhörnchen und Eulen sowie weitere Waldtiere. „Die Idee, das öffentlich zu machen, kam von außen, als mir die ersten Skulpturen abgekauft wurden“, beschreibt Wussow die Entwicklung. Er sprach Förster Peter Hundrieser vom Revier Dodau der Landesforsten an, ob jener etwas gegen Kunst im Wald hätte. Hatte Hundrieser nicht, und so schuf Wussow kurz vor Weihnachten 2015 seine erste Eule aus einem Stück. Als Material dient vorzugsweise Lärchenholz, aber auch Eiche und Douglasie seien gut geeignet. „Diese Hölzer bauen mit Gerbsäure im Außenbereich einen eigenen Gerbschutz auf. Bei anderen Sorten müsste ich Holzschutzmittel verwenden.“

Auf Baumstümpfen, von den Waldarbeitern bei ihren turnusmäßigen Fällaktionen stehen gelassen, werden die Skulpturen mit nicht rostenden Edelstahlschrauben befestigt. Wussow schnitzt mit einer Motorsäge mit Carving-Schwert, das über unterschiedliche Blatthöhen mit schmalerer Spitze für filigrane Konturen verfügt. Tiefenstruktur verleiht er den Figuren durch das Flämmen mit einem Brenner. Wussow eignete sich die Fertigkeiten autodidaktisch an. Als Kind habe er gemalt und gezeichnet, Schlagzeug, Akkordeon und Gitarre gespielt, kann er seine künstlerische Ader nicht ganz verleugnen.

Wussow gibt Schnitzkurse, für die sich insbesondere Frauen interessierten. „Es kann jeder, er muss zuvor nicht Brennholz gesägt haben“, verweist Wussow auf Hilfslinien und ein Grundkonzept, das er seinen Teilnehmern vermittelt. Doch gehörten auch Fehlgriffe dazu. „Durch Fehler lernt man immer neu“, erinnert er sich an einen Labrador aus Holz, der zuerst ausgesehen habe wie ein Schwein. Am Ende wurde es doch noch ein Retriever. Manchmal gestaltet er eine Schnitzshow in der Bahnhofstraße, doch am liebsten hält er sich im Wald auf. „Wald ist Therapie“, sagt der Mann, der dort immer neues Material für potentielle Objekte entdeckt. Zum Beispiel einen hohlen Stamm oder Wurzelwerk, beides geeignet, einen Waldgeist (mit Tentakeln) zu schaffen. Als Projekte schweben ihm außerdem ein Seeadlerhorst mit Jungtieren sowie ein Rudel Wölfe vor.

Nächste Schnitzkursus ist am 23. Juli auf dem Hof Radlandsichten. Weitere Infos gibt es unter www.eulensäger.de

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