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Ausbilder soll nach Übergriff befördert worden sein

Polizeischule Eutin Ausbilder soll nach Übergriff befördert worden sein

In der Polizeischule Eutin soll es einen weiteren sexuellen Übergriff gegeben haben. Wie der NDR berichtet, habe ein Ausbilder eine Polizeischülerin bei einem Fest bedrängt. Wenig später soll er versetzt und befördert worden sein.

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Quelle: Dirk Schneider (Archiv)

Eutin. Der Ausbilder soll bei einem Fest die minderjährige Polizeischülerin heftig mit der Zunge auf dem Mund geküsst haben. Dafür habe er nach Informationen von NDR Welle 1 Nord zunächst einen Verweis erhalten. Wenig später sei er in die Polizeidirektion Lübeck versetzt und befördert worden. Dies gehe aus polizeiinternen Unterlagen hervor, in denen der Vorfall aus dem Jahr 2015 dokumentiert ist.

Wegen eines Personalmangels soll der Ausbilder nach wenigen Monaten wieder an die Polizeischule Eutin zurückgekehrt sein. Das Innenministerium erklärte, man könne aufgrund laufender Ermittlungen keine Angaben zu den Vorfällen machen.

Fehler bei Einstellungsverfahren

Erst vor wenigen Monaten war die Polizeischule Eutin in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Innenminister Stefan Studt bedauerte den Wirbel: „Die Debatten über möglichen Sexismus und Rassismus in der Polizeiausbildung des Landes, Unregelmäßigkeiten im Einstellungsverfahren sowie die Spekulationen rund um die Versetzung des Leiters der Polizeidirektion haben nicht nur dem Ansehen der Behörde geschadet – sie belasten die Polizei des Landes insgesamt.“ Zudem räumte er Fehler im laufenden Einstellungsverfahren von Polizeianwärtern ein.
Bei der Auswahl sei gegen Grundsätze der vorgeschriebenen „Bestenauslese“ verstoßen worden. Der Minister bestätigte damit Informationen der Kieler Nachrichten, dass es bis Mitte Dezember 2015 zunächst nur relativ wenige Bewerbungen gab. Daher hätten leistungsschwächere Bewerber noch vor Ablauf der Bewerbungsfrist Einstellungszusagen erhalten. Als Konsequenz würden jetzt zusätzlich 53 leistungsschwächere Polizeianwärter eingestellt. Die 400 ursprünglich vorgesehenen Stellen seien nach dem Prinzip der „Bestenauslese“ vergeben worden.

Polizeischulleiter musste gehen

Nach der Sexismus- und Rassismus-Debatte an der Polizeischule wurde der Leiter Jürgen Funk nach Ratzeburg versetzt. Innenminister Stefan Studt bezeichnete die Versetzung im Nachhinein als Fürsorgemaßnahme. Neben den Sexismus- und Rassismusvorwürfen gegen zwei Absolventen seien auch wegen des fehlerhaften Einstellungsverfahrens Negativschlagzeilen zu erwarten gewesen. Die öffentliche Frage nach personeller Verantwortung hätte sich dann auf die Polizeischulleitung konzentriert. Dem habe er durch die „Personalentwicklungsmaßnahme“ vorbeugen wollen, so Studt.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Nach den Vorwürfen gegen einen Ausbilder der Eutiner Polizeischule, der mehrere junge Anwärterinnen sexuell belästigt haben soll, zieht das Innenministerium Konsequenzen. Intern soll die Hausspitze künftig „mit höherer Sensibilität“ über mögliche Disziplinar-Ermittlungen gegen Polizisten informiert werden.

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