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Vom Ackerland zum Seniorendorf

Projekt Uhlenbusch Vom Ackerland zum Seniorendorf

Mit einem ökologisch-sozialen Seniorendorf auf der Seekoppel in Bosau am Großen Plöner See wollen sich Caroline (60) und Ulrich Reimann (58) einen Traum verwirklichen. Geplant sind 30 Wohneinheiten mit Gemeinschaftshaus, Werkstätten und Technikhaus. Baubeginn soll im Frühjahr 2016 sein, Einzug im Herbst.

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Caroline und Ulrich Reimann begannen vor rund sieben Jahren mit Plänen für ein Öko-Seniorendorf Uhlenbusch. In der Seekoppel am Großen Plöner See fanden sie ein ideales Grundstück.

Quelle: Orly Röhlk

Bosau. „Aus dem Ackerland ist inzwischen Bauland geworden“, erklärten der Kaufmann und die Keramikerin mit Blick auf den aktuellen Stand des Projekts Uhlenbusch. Anfang des neuen Jahres wollen sie die Bauanträge stellen und haben für die Umsetzung die Uhlenbusch GmbH gegründet, die nach Abschluss der Bauarbeiten in eine Stiftung umgewandelt wird. Das Konzept beinhaltet Möglichkeiten der Selbstversorgung und sieht auf dem fünf Hektar großen Anwesen 6000 Quadratmeter Garten und eine Weidefläche von 15 000 Quadratmetern vor.

 Die Entwürfe sind bis ins Detail durchdacht. Zwölf Gartenhäuser, acht Einzelhäuser und fünf Doppelhäuser unterschiedlicher Größe werden als Niedrigenergiehäuser in ökologischer Bauweise errichtet. Fotovoltaikanlagen auf allen Dächern sollen 70 Prozent der Energie bringen. Bis zu 30 Prozent soll dazu gekauft und im Netz gespeichert werden. Die Energiekosten seien niedrig. „Wir wollen einen vernünftigen ökologischen Fußabdruck hinterlassen, wer hier einzieht, sollte Freude an der Natur haben“, ist sich das Paar einig. Die Häuser werden vermietet, die ersten 15 Einheiten seien schon vergeben. Die Mieter steuern Kapital zum Bau dazu, teils als Kredit (auch von Jüngeren, die erst später dort einziehen wollen), teils als Erwerb eines lebenslangen Wohnrechts.

 Die Miete liege bei 760 Euro für 56 Quadratmeter inklusive Stellplatz und Nutzung aller Gemeinschaftsanlagen wie Sauna, Kino, Kneipe, Terrasse, Gemeinschaftsküche. Weiterhin bietet das Gelände einen Anger als Gemeinschaftsfläche, autofreie Wege, mit Elektromobilen befahrbar, eine Elektro-Tankstelle und einen Lebensmittelladen. Wer will, zieht mit seinen Haustieren ein. „Vor sieben Jahren haben wir uns überlegt, wie es sein wird, wenn wir alt werden“, blickt Caroline Reimann zurück. „Man vereinzelt, sitzt da mit Garten und Haus und muss dafür bezahlen, teils unsachgemäß versorgt zu werden.“ Im Dorf Uhlenbusch gebe es die Gemeinschaft, aber jeder Bewohner könne für sich sein, wenn er will. Das Ehepaar war vor 15 Jahren aus Lübeck nach Bosau gezogen, baut Gemüse selbst an und möchte seine Lebensqualität im Alter nicht missen. Das war der Grund, beizeiten nach einem geeigneten Grundstück für das Gemeinschaftsprojekt zu suchen. Als Glücksfall erwies sich das Angebot eines Landwirts, ihnen einen Acker an der Stadtbeker Straße zu überlassen.

 Die Politik habe sich zunächst schwer getan und eine Zersiedelung befürchtet, obwohl nach den Worten des Paares der Kreis Unterstützung signalisiert hatte und auch die Landesplanung ihr Einverständnis gab. Mehrere Bauausschusssitzungen und eine Bürgerversammlung gingen ins Land, das Vorhaben wurde kritisch hinterfragt, doch inzwischen hat die Gemeinde den Flächennutzungs- und Bebauungsplan anhand der Entwürfe mit kleinen Änderungen gebilligt. Unterstützung gab es in der ganzen Zeit nicht nur von Mit-Initiator Adolf Bollmann, einem Nachbarn aus Lübecker Tagen, der als Gesellschafter beim Startkapital mithalf, sondern auch von den Landschaftsarchitekten Anna und Sebastian Schwinge, die Reimanns privat kennen.

 Weitere Informationen unter Tel. 04527/972740 oder im Internet www.uhlenbusch.org

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