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Türstopper gegen Einbrecher

Idee aus Malente Türstopper gegen Einbrecher

Dieter Kallwellis (73) aus Malente hat schon viele Dinge erfunden. Eines davon ist ein Sicherheitstürstopper, der jetzt in Produktion gegangen ist. Mit den Eutiner Werkstätten von „Die Ostholsteiner“ hat er einen Partner gefunden, der über die notwendigen CNC-Fräsmaschinen verfügt.

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Der Sicherheitstürstopper hält die Tür fest und den Einbrecher auf: Er ist mit der Hand und mit dem Fuß bedienbar, der Bügel wird direkt an der Zarge angebracht.

Quelle: Orly Röhlk

Malente/Eutin. Zwölf Mitarbeiter, darunter Thorsten Naujoks und Arbeitsbegleiter Marcus Dose, sind in der Metallwerkstatt für die Produktion zuständig. Naujoks (41) ist schon fast 25 Jahre im Betrieb und kennt die Abläufe. Grundkörper und Bügel werden gesägt und entgratet, scharfe Kanten angefast. Seit Kurzem lässt Kallwellis dort die Teile fertigen und setzt sie mit Ehefrau Helga (65) selbst zusammen. „Sollte es sehr viel werden, übernehmen das die Werkstätten“, erklärte der gelernte Kfz-Mechaniker. Bis zu 2000 Stück monatlich könnten produziert werden. Die Resonanz sei schon jetzt sehr gut. Die Erfindung erfüllt gleich zwei Funktionen und ist auch mit dem Fuß leicht zu bedienen. „Der Sicherheitstürstopper hält die Tür fest und den Einbrecher auf“, lautet Kallwellis Werbespruch für das nützliche Utensil. Es besteht aus einem Grundkörper aus massivem, pulverbeschichteten Stahl in weiß oder braun mit Gummierung, zwei Platten sowie wahlweise einem Sicherheitsbügel, der direkt an der Zarge angebracht wird.

 Die Idee ergab sich aus dem Alltag. „Bei offenen Fenstern und Türen hatten wir immer Durchzug, und meine Frau sagte, ob ich nicht etwas wüsste, damit die Tür stehenbleibt“, erinnert sich Kallwellis. Er begann zu grübeln und zu tüfteln und meldete schließlich sein Produkt zum Patent an. Aktuell sei ein zweites Modell in Planung. Dass seine Idee vermarktet wurde, verdanke er der Mitgliedschaft im Erfinderclub Schleswig-Holstein. So kam es auch, dass er auf der Erfindermesse IENA in Nürnberg mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Schwieriger gestaltete sich die Suche nach Kooperationspartnern, die die Türstopper kostengünstig produzieren.

 Geboren in Memel (Ostpreußen), wuchs Kallwellis im Rheinland auf und lebt seit 25 Jahren in Malente. „Nach dem Krieg gab es keine Spielsachen, sodass ich schon als kleiner Junge versucht habe, alles selbst zu bauen“, blickt der Vater von drei Kindern und vierfache Großvater zurück. Aus einem Brett und Schrauben baute er eine Spielzeugpistole mit Steinen als Munition. Murmeln drehte er aus Lehm und brannte sie im Ofen. 1978 beim Schlittschuhlaufen mit seinen Kindern hatte er die Idee zu Rollerblades (Inlineskater) und sinnierte über Wasserski. Über Prototypen kamen seine Erfindungen nicht hinaus. „Mir fehlte die Erfahrung und die finanzielle Möglichkeit“, weiß er heute. Eine leicht zu reinigende Haarbürste und eine behindertengerechte Zahnbürste meldete er aber als Gebrauchsmusterschutz an. „Erfindungen ergeben sich immer aus der Praxis“, weiß der passionierte Angler – und tüftelt an einer Lachsfangzupfanlage.

 Ab 31. August ist der Sicherheitstürstopper in einer Ausstellung in der Handelskammer Kiel zu sehen. Zu beziehen ist das Produkt unter Tel. 04523/5508, E-Mail info@kallwellis-concepts.de und im Internet auf www.kallwellis-concepts.de

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