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Fische können nun nach Eutin schwimmen

Umgehungsgerinne an der Neumühle Fische können nun nach Eutin schwimmen

Das letzte Bauwerk zur ökologischen Durchgängigkeit der Schwentine zwischen Kiel und Kasseedorf ist fertig. Umweltminister Robert Habeck besichtigte das Umgehungsgerinne an der Neumühle in Eutin-Fissau und enthüllte eine Informationstafel.

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Joachim Schmidt (von links), Mitglied einer Arbeitsgruppe im Gewässerbearbeitungsverband Baltic-Schwentine, Henning Südel, Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbands Schwentine, und Umweltminister Robert Habeck freuen sich über die Durchgängigkeit der Schwentine.

Quelle: Orly Röhlk

Eutin. „Von der Ostsee nach Eutin zu schwimmen war vorher für Fische nicht möglich. Ich kenne politische Bauprojekte, die deutlich länger dauern. Das haben Sie super gemacht. Das ist gut für die Fische und gut für die Natur“, lobte Habeck. Seit 2002 hatte eine Arbeitsgruppe im Gewässerbearbeitungsverband Baltic-Schwentine unter Vorsitz von Norbert Langfeldt aus Lehmkuhlen die Projekte entlang der 62 Kilometer langen Schwentine begleitet. Die Neumühle sei laut Langfeldt ein gutes Beispiel, wie versucht werde, die EU-Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen.

Träger der Maßnahme ist der Wasser- und Bodenverband Schwentine (WBV) unter Vorsitz von Henning Südel. Dessen Vorgänger im Amt, Landwirt Gerd Schumacher aus Malente-Timmdorf, nutzte die Gelegenheit für ein Plädoyer zugunsten seiner Berufskollegen. Ihnen werde vorgeworfen, mit ihren Gülleeinträgen den Gewässern zu schaden. „Die Schwentine steht mit ihrer Belastung unter den EU-Normen, die Bauern haben so viel geleistet und sich um mehr gekümmert als nur ihre Scheiße loszuwerden“, schimpfte Schumacher. Als WBV-Vorsteher stand und steht er für etliche Renaturierungsprojekte in der Region an der Schwentine. „Ihr Bemühen erkenne ich ausdrücklich an, diese Region gehört nicht zu den Problemzonen“, entgegnete Habeck mit Blick auf andere Regionen, wo durch intensive Viehhaltung der Nährstoffeintrag zu hoch sei. „Eigentlich müsste man den Landwirten sagen, Euer Wachstum ist begrenzt. Es gibt eine Million Tonnen Gülle zu viel im Land, die müssen irgendwo bleiben. Aber kein Landwirt kriegt Geld dafür, wenn er weniger produziert.“

Die Preetzer Firma Schwalbe hatte im September mit den Arbeiten für das 200 Meter lange Umgehungsgerinne mit Stauanlage und Fischbauchklappe begonnen. Die Kosten von 1,5 Millionen Euro fördern Land und EU zu 100 Prozent. Kanus müssen wie bisher umgetragen werden. Seit 2000 wurden entlang der Schwentine acht Stauwerke und Sohlgleiten gebaut: Holsatia-Mühle Kiel, Wasserkraftwerk 1 und 2 (Schwentinental), Spitzenort, Stadtschwentine und Ölmühle (Plön), Gremsmühle (Malente) und Neumühle (Eutin).

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