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Artenzählung an der Belt-Trasse

Umweltuntersuchung der Bahn Artenzählung an der Belt-Trasse

Dorngrasmücke, Kormoran, Eiderente — keine Art entgeht den scharfen Augen und Ohren der Wissenschaftler. Die untersuchen im Auftrag der Bahn die Umwelt entlang der Schienenanbindung des Fehmarnbelt-Tunnels. Ende des Jahres soll das Ergebnis vorliegen.

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Der Biologe Manfred Haacks untersucht in Großenbrode  in der Nähe der Fehmarnsundbrücke den Strandhafer.

Quelle: Carsten Rehder/ dpa

Großenbrode. Die Umweltuntersuchungen der Bahn für die Schienenanbindung der festen Fehmarnbelt-Querung gehen voran. Mehr als 30 Biologen ermitteln seit Februar entlang der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Fehmarn, welche Tier- und Pflanzenarten in einem bis zu zwei Kilometer breiten Korridor rechts und links der Strecke vorkommen. „Je nach Witterung und Tageszeit zählen und kartieren wir jetzt brütende Vogelarten, Amphibien, Libellen und Schmetterlinge“, sagte Manfred Haacks vom Umweltbüro Leguan bei der Vorstellung der Umweltuntersuchungen am Dienstag in Großenbrode im Kreis Ostholstein.

Mit einem Fernrohr beobachtet Haack eine Gruppe Kormorane, die auf einem Felsen in der Lagune vor dem Ort Großenbrode-Fähre sitzt. In der Hand hat er eine kleine Zähluhr. „Das sind 15 Tiere, vermutlich Jungtiere“, sagt er. Auch Eiderenten macht er auf der Lagune aus. Kurz darauf ist aus dem Buschwerk am Bahndamm Vogelgezwitscher zu hören. „Das ist eine Dorngrasmücke, die bevorzugt dornige Sträucher als Brutplatz“, sagt Haack.

Insgesamt 28 Quadratkilometer groß ist das Areal, in dem Haack und seine Kollegen die Singvogel-Vorkommen untersuchen. „Dazu machen wir zwei Begehungen, eine jetzt im Mai und eine im Sommer, um auch spät brütende Arten zu erfassen“, sagt er. Noch größer ist der Korridor, in dem die Vorkommen von Greifvögeln, Eulen, Kranichen und Gänsen ermittelt werden. „Bei diesen Arten wird ein Streifen von jeweils 1000 Metern rechts und links der Trasse untersucht, bei allen anderen Tierarten und Pflanzen ist der Streifen jeweils 100 Meter breit“, sagt Bahnsprecherin Maja Weihgold. Die Ergebnisse der Kartierungen sollen Ende des Jahres vorliegen.

Grundlage der Untersuchungen ist das Ergebnis des Scooping-Verfahrens, in dem unter anderem der Untersuchungsrahmen und die Größe des zu untersuchenden Areals festgelegt wurden. „Die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung fließen in das Planfeststellungsverfahren ein, in dem die schutzwürdigen Interessen von Mensch, Natur und Umwelt gegeneinander abgewogen werden“, sagt Weihgold.

Untersucht werde die gesamte, 88 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden auf Fehmarn einschließlich der möglichen Trassenvarianten, sagte der für den Umweltschutz zuständige Projektingenieur der Bahn, Marcus Allendorf. Von den 88 Kilometern sollen rund zwei Drittel parallel zur Autobahn 1 neu gebaut werden. Die Strecke soll den geplanten Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark an das deutsche Schienennetz anbinden. Das Vorhaben ist wegen der hohen Kosten und befürchteten Umweltschäden vor allem im Kreis Ostholstein umstritten.

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