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Als Hilfe im Lazarett gefragt war

125 Jahre DRK-Ortsverein Als Hilfe im Lazarett gefragt war

125 Jahre DRK-Ortsverein Probsteierhagen – dieses Jubiläum feiern die Mitglieder mit befreundeten Vereinen, der Gemeinde und allen Helfern in diesem Jahr. Fast die Hälfte oder sogar mehr als die Hälfte dieser 125 Jahre sind einige Akteure dabei: Dazu zählen Ruth Burzlaff, Gisela Harder und Traute Mücke.

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Das Jubiläum 125 Jahre DRK-Ortsverein Probsteierhagen wollen sie mitfeiern: Seit Jahrzehnten zählen Ruth Burzlaff (von links), die Vorsitzende Gisela Harder und Traute Mücke zu den Rot-Kreuz-Aktivistinnen.

Quelle: Astrid Schmidt

Probsteierhagen. Sie haben die Entwicklung des Ortsvereins mit geprägt und können eine Menge über die DRK-Geschichte in Probsteierhaben erzählen können.

 Traute Mücke (78), die dem Ortsverein seit sechs Jahrzehnten die Treue hält, erinnert sich noch genau an ihre ersten Jahre als aktive Helferin. 45 Jahre hatte sie als Vorstandsmitglied die Arbeit im Verein mitgestaltet, ebenso wie Gisela Harder (73), die seit 26 Jahren den Verein mit seinen heute 240 Mitgliedern führt. Eine der „Dienstältesten“ ist Ruth Burzlaff (87). Sie ist seit 65 Jahren Mitglied im DRK-Ortsverein. „Beim Roten Kreuz arbeitet man solange, bis man umfällt“, das sei das Motto von jeher gewesen, berichten die Frauen.

 Sie haben ihre aktive Zeit bei Irma Petersen begonnen, die 50 Jahre lang an der Spitze des Ortsvereins stand. „Es war damals selbstverständlich, Mitglied im DRK zu sein“, erzählt Ruth Burzlaff, „nach dem Krieg war im Schloss das Lazarett eingerichtet, da waren viele Helfer gefragt.“

 Damals war es noch eine reine Frauendomäne, es ging vor allem um Armen- und Krankenhilfe. Auch Traute Mücke weiß noch genau, wie sie zum DRK kam. „Irma Petersen hatte Ende der 1960er-Jahre versucht, junge Leute zu bekommen“, erzählt sie. Damals fanden sich zwölf junge Frauen im DRK zusammen, darunter auch sie selbst. Erste-Hilfe-Kurse, Sanitätskurse, Wochenend- und Tagesseminare und Führerscheinprüfung wurden absolviert. „Das war viel Arbeit, aber es hat auch viel Spaß gemacht. Tagsüber war Seminar und abends Rot-Kreuz-Ball“, berichtet sie über die Mischung aus Arbeit und Vergnügen.

 Gut ausgebildet und motiviert übernahmen die Ehrenamtler die Sanitätsbereitschaft, Stranddienste, Kinderfahrten, die Versorgung bei Feuerwehreinsätzen und organisierten bald auch Ausflugsfahrten für die Mitglieder. „So haben wir ganz Schleswig-Holstein kennengelernt“, erzählt Traute Mücke. Die Nachfrage nach den Ausflügen sei allerdings extrem zurückgegangen. „Früher hatten wir drei Busse voll, heute ist es nicht mal mehr einer. Auch die Schwerpunkte der Arbeit verschoben sich. Neben dem Blutspende-Dienst gilt das Hauptaugenmerk heute vor allem der Seniorenbetreuung.

 An „eine echte Herausforderung“ können sich alle drei noch gut erinnern: Die Hilfstransporte nach Litauen in der Nachwendezeit. „Das war ein hartes Brot. Der erste Transport war schrecklich. Die Zustände waren katastrophal“, erinnert sich Harder. Vor allem die sanitären Anlagen, selbst im Krankenhaus, seien in einem unvorstellbaren Zustand gewesen, erzählt sie weiter. Doch dank eines großen Gemeinschaftssinnes und der Hilfe vieler Gleichgesinnter habe man insgesamt fünf Transporte mit Hilfsgütern in den Osten begleitet. Die gute Gemeinschaft und das Gefühl, gebraucht zu werden – das ist es, was sie so lange bei der Stange gehalten hat, sind sich die Drei einig. „Und man bekommt etwas zurück. Heute lass ich mich am Seniorennachmittag bedienen“, sagt Burzlaff lachend.

 Die Vorbereitungen für die offizielle Jubiläumsfeier am 10. Juli im Schloss Hagen laufen derzeit auf Hochtouren. „Das 100-Jährige haben wir vier Tage lang gefeiert. Das ist heute nicht mehr“, weiß Harder. Doch wie genau der 125. Geburtstag gefeiert werden soll, will sie noch nicht verraten.

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