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247 unbesetzte Ausbildungsplätze

Kreis Plön 247 unbesetzte Ausbildungsplätze

Für viele junge Leute naht das Ende ihrer Schulzeit. Mancher weiß noch nicht, was er danach machen soll – doch auch für Spätentschlossene gibt es noch Möglichkeiten: Die Arbeitsagentur verzeichnet im Kreis Plön aktuell 247 unbesetzte Ausbildungsstellen.

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Kira Stehr ist Kauffrau für Büromanagement im zweiten Lehrjahr beim Laboratorium für klinische Forschung in Schwentinental und schnuppert dabei in alle Abteilungen hinein, auch in den Versand.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. „Das Verhalten der Jugendlichen hat sich gewandelt“, meint Thomas Bohse, Pressesprecher der Arbeitsagentur. Die Entscheidung für einen Berufsweg falle immer später. „Viele machen auch erst einmal ein Jahr etwas anderes, bevor sie sich für eine Ausbildung entscheiden“, ergänzt Kollegin Monika Krause. Insgesamt hatten sich im Kreis Plön in diesem Jahr 17 Prozent weniger Jugendliche als Bewerber registrieren lassen.

 Während einige Branchen ihre Ausbildungsplätze längst besetzt haben, suchen andere noch nach Nachwuchs. Zu denen gehört auch das Laboratorium für Klinische Forschung (LKF) in Schwentinental, denn ihre zukünftige Kauffrau für Büromanagement war kurzfristig abgesprungen. Das Unternehmen hat knapp 90 Mitarbeiter. Auch Geschäftsführer Uwe Troge und Stephan Hucke von der Personalabteilung wundern sich darüber, wie wenige Bewerbungen es in diesem Jahr gab: „Früher haben wir Einstellungstests gemacht, darauf haben wir jetzt schon verzichtet.“ Noch wichtiger als die Noten ist ihnen „was weiter unten im Zeugnis steht“: Tugenden wie Pünktlichkeit und Freundlichkeit, und nicht allzu viele Fehltage.

 Kira Stehr, 25, lernt bereits im zweiten Jahr Kauffrau für Büromanagement und fühlt sich wohl in dem Unternehmen: „Man hört von anderen, dass sie den ganzen Tag nur am Computer sitzen, aber ich lerne hier rundherum alles kennen.“ Während ihrer Ausbildung schnuppert sie in alle Abteilungen hinein, zuletzt beim Versand. Und das Klischee vom „Kaffee kochen“ treffe überhaupt nicht zu.

 Stephan Hucke war selbst der erste Bürokaufmann, den KFM ausgebildet hat. Zuvor hatte er bereits Industriemechaniker gelernt. „Heute profitiere ich von beidem“, meint er. Anderen jungen Leuten will Stephan Hucke Mut machen: Wenn sich zeige, dass die erste Berufsausbildung nicht ganz zu einem passe, gebe es immer noch weitere Möglichkeiten. Inzwischen hat er sich zum Wirtschaftsfachwirt weitergebildet und ist im Unternehmen aufgestiegen. Und auch wer in der Schule kein Mathe-As war, dürfe sich an einen kaufmännischen Beruf trauen: „Mathematik und Rechnungswesen sind völlig unterschiedliche Dinge.“

 Neben den 247 unbesetzten Stellen sind bei der Arbeitsagentur auch 266 noch nicht vermittelte Bewerber registriert. „Der Ausbildungsmarkt ist aber keine einfache mathematische Gleichung“, so Bohse. Für die Jugendlichen seien Berufe mit frühen Anfangszeiten, schlechtem Gehalt und harter Arbeit wenig attraktiv. Manchmal seien auch die Noten oder „Soft Skills“ das Problem, im Kreis Plön spielten außerdem die schlechten öffentlichen Verkehrsverbindungen eine Rolle. Zunehmend bewerben sich aber auch Ältere für Ausbildungsstellen: „Die sind ganz anders motiviert,“ sagt Monika Krause.

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