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Kleine Bühne ganz groß

Papiertheatertreffen in Preetz Kleine Bühne ganz groß

Das Papiertheater hat sich weiterentwickelt, ist moderner geworden, neue Gestaltungselemente haben Einzug gefunden. Mit dem 29. Preetzer Papiertheatertreffen setzte die VHS am Wochenende eine Erfolgsgeschichte fort. Zur Eröffnung am Sonnabend waren 1200 der 1400 Eintrittskarten verkauft.

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Zum 29. Mal trafen sich die Papierthetaerleute in Preetz.

Quelle: Orly Röhlk

Preetz. „Es wurde Zeit, dass sich das Papiertheater weg vom Traditionellen entwickelt, früher haben wir uns strikt an die Vorlage gehalten, Figuren zweidimensional, Text abgelesen, Kerzenbeleuchtung, und beim ersten Treffen haben wir einen Kasten Bier hingestellt.“ So formulierte es Dirk Reimers vom Preetzer Papiertheater Pollidor, einer, der es wissen muss: Vor 29 Jahren gründeten er und seine Frau Barbara das Papiertheatertreffen, das sich jeweils am zweiten September-Wochenende etabliert hat.

Diesmal präsentierten sie „Der Heiratsantrag“ frei nach Anton Tschechow. „Heute spielen Figuren im Dialog, es gibt Computertechnik und LED-Beleuchtung, Genre-Mix von Tradition und Neuem, es ist alles erlaubt“, erläuterte VHS-Geschäftsführerin Marlis Sennewald. Handlungsträger blieben aber die Papierfiguren, die nichts von allein machten. Erstmals sei mit Frankreich - wegen der bestehenden guten Verbindungen - ein Länderschwerpunkt gewählt worden. Doch wie schon in den Jahren zuvor darf sich das Treffen seines internationalen Festival-Charakters rühmen.

Hier finden Sie Bilder von den raschelnden Theaterkunstwerken.

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17 Bühnen mit 39 Mitwirkenden aus fünf Ländern (Frankreich, Großbritannien, Mexiko, Dänemark, Deutschland) gaben insgesamt 68 Vorstellungen. Erstmals vor vier Jahren kam Antonio Cerezo mit einer Truppe aus Mexiko nach Preetz. Diesmal beteiligten sich der 43-Jährige und seine Partnerin Vanessa Farfán mit einem eigenen Stück und eigenen Figuren. „There's no home like place“ nennt der Wahlberliner und Schauspieler sein Werk. Sein Protagonist fühlt sich immer mehr als Fremder im vertrauten Ort: Wo ist meine Heimat?

Eric Poirier aus Frankreich kreierte mit Freundin Christiane Comtat eine Bühne, wie sie zur Shakespeare-Zeit üblich war. Gern lässt sich der 60-jährige Schauspieler, der seit 2001 zum zwölften Mal in Preetz zu Gast war, von englischen Dramatikern inspirieren und zeigte mit seinem Théatre de Table das Stück „A Heart for Dinner“ in Anlehnung an „'tis pity she's a whore“ des Lyrikers John Ford.

Sarah Peasgood (Sarah's Paper Theatre) setzte das Grimmsche Märchen „Jorinde und Joringel“ in Szene. Alle Kulissen und Figuren hat die Britin selbst entworfen und gestaltet. „Me and Monika and Shakespeare“ nannte Per Brink Abrahamsen aus Dänemark mit einem Augenzwinkern sein Stück. Mit der Puppe Monika, seiner Muse, begibt sich der Protagonist im Papiertheater auf eine Reise in das London von 1599. Die Puppe gibt es tatsächlich: Sie habe zum Leben erweckt werden wollen, erzählte der 73-Jährige und stellte sie als Relikt aus einem früheren Theaterstück vor.

Monika sei eine Inspiration für alle Dichter, also auch für Shakespeare, meinte der Däne, der vor 30 Jahren das Svalegangens Dukketeater gründete und mit Sören Mortensen und Marie Thodberg nach Preetz reiste. Laut Thodberg sei es das einzige professionelle Papiertheater Dänemarks.

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