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Pfähle für stabile Autobahn

A21-Ausbau Pfähle für stabile Autobahn

Phasenweise gleitet der Pfahl in den Boden wie ein heißes Messer durch Butter. Kein Wunder: Die A21-Baustelle, die mittlerweile in Löptin angekommen ist, befindet sich auf „bestem“ Moorboden. Zeitweise muss die Ramme aber ordentlich hämmern, damit auch der Rest in die Erde kommt. Die Pfähle, die diese Woche zu beiden Seiten der B404 versenkt wurden, sollen nicht nur die zukünftige Fahrbahn halten, sondern auch Versuchen dienen.

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Auf den letzten Metern muss die Ramme ordentlich hämmern: Dieser Pfahl steckt schon 20 Meter im Boden.

Quelle: Andrea Seliger

Löptin. Moorlinsen erschweren den A21- Ausbau seit dem ersten Spatenstich 2012. Damit die spätere Autobahn und ihre Zubringer nicht absacken, wurde bisher der klassische Ansatz gewählt: Moor raus, Sand rein. Auf dem nächsten Bauabschnitt sei dies jedoch nicht möglich, so Ingenieur Thorsten Krull vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Denn der Verkehr müsse weiter auf der B404 rollen können. Fange man daneben an zu baggern, „rutscht die Straße weg“. Um die B404 zu befestigen, wurde einst das Moor darunter zur Seite gesprengt und der Raum mit Sand verfüllt. Die zukünftige Fahrspur Richtung Kiel soll auf dieser alten Trasse rollen. Für die andere Seite, den Zubringer nach Löptin und die Auffahrten muss jedoch eine neue Befestigung geschaffen werden.

 Und so rammt nun die Hamburger Firma Centrum Pfähle, Spezialist für Pfahlgründungen, ein Betonteil nach dem anderen in die Erde. Damit das 75 Tonnen schwere Gerät auf dem Boden überhaupt arbeiten kann, wurde ein Geogitter verlegt, ein Kunststoffgewebe, das die Tragfähigkeit erhöht. Die Pfähle sind zwischen 16 und 26 Metern lang und bestehen jeweils aus zwei Teilen, die im Zuge des Rammprozesses miteinander verbunden werden. Nach einer dreiwöchigen Ruhephase sollen daran Belastungstests auf Zug und Druck erfolgen. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie die übrigen Pfähle und weitere Komponenten der Gründung dimensioniert werden müssen. Sie sind auch Voraussetzung für die Ausschreibung des nächsten Bauabschnitts.

 „Der Moorbereich geht hier bis zu 23 Meter tief“ , weiß Krull aus den zahlreichen Untersuchungen, die in der Gegend bereits vorgenommen wurden. Das Vorkommen sei jedoch lokal sehr unterschiedlich, an vielen Stellen sei es deutlich geringer. Das Ende eines Pfahls soll in einer tragfähigen Schicht ruhen. Die Gründung müsse sicher und zuverlässig sein, so Krull: „Wenn wir hier die Autobahn drauf haben, darf nichts passieren.“ Geplant ist, dass der Abschnitt 2017 fertiggestellt wird.

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