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Abschied von Schloss Salzau

Flüchtlinge Abschied von Schloss Salzau

Die letzten 54 Flüchtlinge werden am 1. April das Schlossgelände in Salzau verlassen. Bis Ende April ist anschließend „Aufräumen und Rückbau“ angesagt. Danach fällt das frühere Landeskulturzentrum „wieder in seinen Dornröschenschlaf“, so Christian Pagel, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Plöner Land.

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Christian Pagel (links) vom DRK-Kreisverband Plöner Land und Betreuungsleiter Heinrich Feilhauer versuchen, das zehnköpfige Personal, das auf Schloss Salzau eingesetzt war, in anderen Flüchtlingseinrichtungen unterzubringen.

Quelle: Christoph Kuhl

Fargau-Pratjau. Rückblick: Ende September 2015 treffen die ersten Flüchtlinge in Salzau ein. Auf dem weitläufigen Schlossgelände herrscht ein einziges Gewusel. Zehn verschiedene Nationalitäten, viele Sprachen und freiwillige Dolmetscher im Dauereinsatz. Die neuen Bewohner werden registriert, auf die Zimmer verteilt, später eingekleidet und medizinisch versorgt. Bis zu 100 ehrenamtliche DRK-Helfer sind in der auf 320 Personen ausgelegten Gemeinschaftsunterkunft des Landes im Einsatz. Anfang dieses Jahres erfolgt die Umstellung auf eine hauptamtliche Betreuung – und jetzt der überraschende Kurswechsel auf Landesseite.

 Salzau sei zu klein, so die Begründung des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten, und werde deshalb ein Jahr früher geschlossen als zunächst geplant. „Das ist schon sehr bedauerlich. Wir hätten hier als gut funktionierendes Team gerne noch ein Jahr weitergemacht“, sagt Betreuungsleiter Heinrich Feilhauer. Vom Fahrrad- und Hauswirtschaftstraining bis zur Handarbeit in der Nähstube reichte die Palette der Beschäftigungen. Für den 67-Jährigen selbst ist der Salzau-Rückzug „keine Katastrophe“. Für sein „qualifiziertes Fachpersonal, das aus Überzeugung in drei Fällen sogar unbefristete Arbeitsverhältnisse gekündigt hatte, um sich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren, ist das Aus für Salzau hingegen ein echter Nackenschlag“, so Feilhauer.

 Auch Christian Pagel spricht von einer „sehr ärgerlichen Situation mit einer Hänge- und Zitterpartie“ für das zehnköpfige Personal. Er sei intensiv bemüht und ganz guter Dinge, die noch bis Ende April Beschäftigten an anderer Stelle unterzubringen. Antje Lange aus dem benachbarten Martensrade beispielsweise beginnt demnächst in der Kieler Uni-Klinik in der Flüchtlingsbetreuung.

 Die letzten 54 Flüchtlinge auf Schloss Salzau, darunter etwa 20 Kinder, bereiten sich in diesen Tagen auf ihren Wohnortwechsel vor. Wohin sie kommen, steht laut Pagel meist erst am Vorabend fest. Nach den Bewohnern und Betreuern werden auch die Bauzäune rund um das derzeit noch bewachte Schlossgelände verschwinden. Danach wird es wieder äußerst ruhig im beschaulichen 30 Einwohner zählenden Dorf Salzau.

 Für Freitag, 8. April, ist laut Pagel eine große Helfer-Abschlussparty geplant, zu der alle in den letzten sechs Monaten in irgendeiner Form beteiligten freiwilligen Helfer eingeladen sind.

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