23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Adebar ist ein handzahmer Geselle

Lütjenburg Adebar ist ein handzahmer Geselle

Der kranke Storch Adebar, der vom Umweltberater Konrad Olexik und seiner FÖJlerin Charlotte Alexander wieder aufgepäppelt wurde, hat ein neues Zuhause. Der Vogel stakst nicht mehr durch die Lütjenburger Umweltberatungsstelle. Adebar lebt nun im Wildpark Eekholt im Kreis Segeberg.

Voriger Artikel
Mehr Platz für die Polizei
Nächster Artikel
Sitzung endete mit Rücktritten

Die FÖJlerin der Umweltberatung in Lütjenburg, Charlotte Alexander, hält den Storch Adebar, der seit September von ihr und dem Nabu-Berater Konrad Olexik aufgepäppelt wurde. Der Vogel lebt nun im Wildpark Eekholt, wo er ausgewildert werden soll.

Quelle: Konrad Olexik

Lütjenburg. Ende September entdeckte ein Polizist das halbtote Tier in einem Straßengraben bei Plön. Er brachte den Vogel zu Olexik. Der fütterte Adebar mit Regenwürmern, großen Heuschrecken und jeder Menge Heringen. Später gab es aus Kostengründen Eintagsküken. Olexik: „Die wollte er erst nicht fressen. Die Federn waren ihm unbekannt.“ Der stark untergewichtige Patient nahm bei dieser fetten Kost langsam wieder zu. Tierarzt Jörg-Richard Korte befreite Adebar zudem von Parasiten.

 Was Olexik sofort auffiel: Adebar zeigte keine Scheu und fraß vom ersten Tag an aus der Hand. „Der muss von einem Menschen großgezogen worden sein.“ In der freien Natur würde er mit dieser Eigenschaft kaum überleben. Möglicherweise wuchs Adebar im Sommer an der Westküste auf. Olexik ist ein Fall bekannt, wo ein Storchenpaar seine Küken verlassen hatte. Der Hausbesitzer nahm sich der Tiere an und zog sie groß. Dann waren sie irgendwann verschwunden. Vielleicht flatterte einer von ihnen statt in den Süden nur bis an die Ostsee und machte hier schon schlapp.

 Adebar verlebte die vergangenen Wochen auf der Schafweide von Olexik in Bösdorf. Mit diesen Tieren vertrug er sich gut. Weniger mit den Gänsen. Sie zischten ihn einmal kräftig an, Adebar hackte mit seinem spitzen Schnabel zurück. Da wussten beide Seiten, dass sie keine Freunde mehr werden würden. Auch wenn er fliegen kann, blieb der Storch zumeist am Boden und an seinem Standort. Als es vor wenigen Wochen einmal kräftig schneite, schloss er sich seinen Freunden den Schafen an und stakste ihnen hinterher in den Stall. Der nasse Schnee war ihm offenbar nicht geheuer.

 Adebar kam auch bei der Arbeit der Umweltberatung zum Einsatz. Sozusagen als Gegenleistung für freie Kost und Logis. Schulklassen und Kindergartenkinder schauten sich den Storch aus der Nähe an und erfuhren dabei etwas über Zugvögel, auch wenn Adebar aufgrund seiner Zahmheit genau das Gegenteil davon ist.

 In seinem neuen Zuhause in Eekholt will man alles versuchen, um aus dem zutraulichen Adebar wieder einen richtigen wilden Burschen zu machen, der mit seinen Artgenossen auch in den Süden zum Überwintern fliegt und nicht nur bis Lütjenburg. „Das wird nicht einfach“, sagt der dortige Leiter der Tierpflege, André Rose, nach den ersten Eindrücken. Das Tier sei schon ziemlich stark auf den Menschen geprägt. Der Tierpark hat allerdings Erfahrung mit dem Auswildern von Störchen oder dem „Verscheuen“, wie es auch heißt. Ob es gelingt, wird sich im nächsten Frühjahr zeigen. Und wenn Adebar weiter sein zahmes und freundliches Wesen zeigt? André Rose: „Dann bleibt er bei uns im Wildtierpark Eekholt.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Lütjenburg
Foto: Nabu-Umweltberater Konrad Olexik päppelt in der Lütjenburger Geschäftsstelle einen Weißstorch auf. Das Tier lag erschöpft am Straßenrand.

Er ist fast so zutraulich wie ein Hund. Seit einer Woche kümmert sich der Umweltberater des Naturschutzbundes, Konrad Olexik, um einen Storch, der den Anschluss zum Flug in den Süden verpasst hat. Bei Besuchern der Lütjenburger Umweltberatungsstelle löst der große Vogel Erstaunen und Freude aus.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3