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Ärger über Spruch von Mario Barth

Protest von Krebskranken Ärger über Spruch von Mario Barth

Der Komiker Mario Barth ist bekannt für seinen derben Humor. In seiner TV-Sendung „Mario Barth deckt auf“ (RTL) ließ er im Oktober den Spruch los: „Lieber Krebs als Jobcenter.“ Viele der von der Krankheit Betroffenen finden das gar nicht komisch. Dazu gehört Dirk Ehrke aus Dannau.

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Dirk Ehrke auf seinem Krankenlager in seinem Haus im Dannauer Ortsteil Gowens. Er ist sauer auf den Comedian Mario Barth, der mit dem Spruch „Lieber Krebs als Jobcenter“ viele Betroffene erzürnt hat.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Dannau. Im Juli 2015 erhielt er die Diagnose Krebs. Seitdem musste Dirk Ehrke (52) ein Dutzend Blöcke mit Chemotherapien über sich ergehen lassen. Übelkeit. Haarausfall. Hohes Fieber nach den Chemo-Behandlungen. Kaum noch Kraft zu laufen. Kaum noch Appetit. Mit einem Augenzwinkern kommentiert er seine rapide Gewichtsabnahme. Schließlich habe er vorher ausreichend Reserven am Körper gehabt. Der gelernte Gärtner weiß, dass er den Krebs wohl nicht besiegen, aber zumindest in seiner Entwicklung bremsen kann. Neue Kraft schöpft er in diesen Tagen bei einer Reha an der Ostsee.

 Die Worte von Mario Barth haben ihn, der so sehr unter dem Krebs leiden muss, schwer getroffen. „Er weiß nicht, was es heißt, Krebs zu haben, jeden Tag um sein Leben zu kämpfen, obwohl der Kampf manchmal aussichtslos ist. Glaubt er, wir gehen einmal zur Chemotherapie und alles ist wieder gut? Wir sind alle wieder gesund?“ 500000 Menschen in Deutschland erkrankten jährlich an Krebs. 220000 würden daran pro Jahr sterben.

 In Barths TV-Show ging es im Oktober um überlange Wartezeiten in Jobcentern. Barth nahm die Behörde aufs Korn. In diesem Zusammenhang fiel der kritisierte Satz. Dirk Ehrke: „Was viele bei den Jobcentern erleben, ist echt schlimm.“ Aber das mit dem Spruch zu kommentieren „Lieber Krebs als Jobcenter“ gehe überhaupt nicht. Wie viele Menschen würden dort denn täglich sterben? Wie viel dort um ihr Leben kämpfen? Auch ein Komiker könne und dürfe sich nicht alles erlauben.

 Eine Nachfrage dieser Zeitung ließ der Berliner Comedian unbeantwortet. Im Internet war zeitweise allerdings eine Stellungnahme Barths zu dem Vorfall nachzulesen. Später zog er sie wieder zurück. Darin kritisiert er den unsachlichen und beleidigenden Ton einiger Kommentare, die ihn auf seiner Facebook-Seite erreicht hätten. Diese Verfasser machten „plötzlich total auf Betroffen“ und legten eine „Doppelmoral“ an den Tag. Sarkasmus sei – zugegebenermaßen – nicht einfach zu verstehen. Schwarzer Humor ebenfalls nicht. Doch der gehöre nun einmal zur Comedy. Barth versicherte, dass er niemanden habe kränken oder beleidigen wollen. Das habe er seiner Ansicht nach mit seiner Äußerung auch nicht getan.

 Auch diese Erklärung kam bei den Krebskranken, von denen sich eine Reihe übers Internet zusammengeschlossen haben und regelmäßig austauschen, nicht gut an. Ehrke: „Dass wir keine Ahnung von Sarkasmus und Schwarzem Humor haben sollen, war für mich der nächste Schlag ins Gesicht.“ Auch Krebskranke könnten über viele Dinge lachen und hätten angesichts ihrer Situation wohl auch mehr Schwarzen Humor als andere. Eigentlich hätten nur sie das Recht, im sarkastischen Ton über Krebs zu sprechen.

 Ehrke fällt kein gutes Urteil über den Komiker. Mario Barth sei ein Mensch ohne Respekt. Er mache seine Unterhaltung immer auf Kosten anderer und sei verletzend. Aus Ehrkes Sicht teilweise auch beleidigend. In seinen Sendungen kritisiere Barth andere Menschen für ihr Verhalten. Ehrke: „Nur für seine Person selbst lässt er keine Kritik zu.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
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