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Amtsschimmel am Ostseestrand

Ärger um „Geländer“ am Strand Amtsschimmel am Ostseestrand

In der Gemeinde Behrensdorf gibt es am Strand neuerdings eine Einstiegshilfe, um älteren und gehbehinderten Menschen den Übergang in die Ostsee zu erleichtern. Was zunächst wie eine Angelegenheit aussah, die schnell erledigt sein würde, entpuppte sich als sechsmonatiger Behördenmarathon mit rasant zunehmender Aktendicke.

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Ein halbes Jahr brauchte es, bis die Einstiegshilfe am Behrensdorfer Strand von den Behörden genehmigt wurde. Bürgermeister Heinrich Sachau kann es nicht fassen.

Quelle: Orly Röhlk

Behrensdorf. Bürgermeister Heinrich Sachau ist froh, dass das Objekt endlich genehmigt ist, kann sich aber über den Verlauf nur wundern: Es war Anfang April 2014, als Sachau beim Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck anfragte, ob er das Bauwerk im Wasser errichten dürfe. Geplant war ein Konstrukt aus Eisenstangen, das mit Hilfe eines Radladers in den Boden gedrückt werden sollte.

 „Bei der ersten Kontaktaufnahme hieß es, dass ein formloser Antrag reicht. Ich sollte einen Lageplan beifügen, dann würde die Sache laufen“, erinnert sich Sachau an die Aussage eines Mitarbeiters.

 Doch die Sache landete offenbar bei einem anderen Kollegen der Behörde. Der forderte eine „richtige Zeichnung“ an, fügte Strichmännchen hinzu und erklärte, die Höhe müsse korrigiert werden. „Es las sich so, als handele es sich um ein Hindernis für die Schifffahrt“, schmunzelt Sachau.

 Der Kreis Plön mit seiner unteren Naturschutzbehörde (UNB) musste beteiligt werden, dann sollte er eine Handzeichnung für das Kieler Landesamt für Küstenschutz, Nationalparks und Meeresschutz Schleswig-Holstein einreichen. „Die wollten eine technische Zeichnung sehen, das hat das Amt Lütjenburg für uns angefertigt“, erinnert sich Sachau.

 Die Zeichnung wurde per E-Mail nach Kiel geschickt, aber dort nicht anerkannt, weil die Unterschrift nicht original war ... So ging die Zeichnung auf dem Postweg zu ihrem Bestimmungsort. „Uns war nicht bewusst, was wir für so eine Kleinigkeit alles beachten mussten“, kann Sachau zumindest im Nachhinein über die Sache lachen.

 Aktuell ist der ehrenamtliche Bürgermeister damit beschäftigt, Begrüßungsschilder für die Ortseingänge zu beantragen. Zuständig ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Nach der Standortbestimmung durch Mitarbeiter der Straßenmeisterei muss jetzt beim Kreis ein Bauantrag gestellt werden. Sachau ist gespannt: „Ich dachte, das geht schnell“, sagt er. Übrigens dauerte es bis Oktober 2014, bis die Einstiegshilfe genehmigt war. Da war die Saison vorbei.

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