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Aktive Mitglieder drohen mit Austritt

Feuerwehr Laboe Aktive Mitglieder drohen mit Austritt

Krisenstimmung bei der Laboer Feuerwehr: Nach einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Donnerstagabend kündigten 31 aktive Mitglieder von insgesamt 51 ihren Austritt für den kommenden Freitag an. Es sei denn, Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst (SPD) sucht bis dahin das Gespräch.

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Krisenstimmung bei der Feuerwehr Laboe: Die Mitglieder fühlen sich in ihrem Ehrenamt nicht ernst genommen.

Quelle: Astrid Schmidt

Laboe. Die Mitglieder sehen das „Ehrenamt mit Füßen getreten“ und das Vertrauensverhältnis zur Bürgermeisterin als ihre Dienstherrin „erschüttert“. An dem für Sonnabend, 11. Juni, geplanten „Blaulichttag“ werde sich die Wehr nicht mehr beteiligen, kündigte Wehrführer Kurt Jahn an.

 Wie berichtet, war es in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter zum Eklat gekommen. Die Bürgermeisterin hatte in der Einwohnerfragestunde eine Frage von Feuerwehrmitglied Birger Möller aus seiner Sicht quasi ignoriert. Die zwölf Blauröcke verließen die Sitzung.

 „Die Bürgermeisterin hat nicht einmal am nächsten Tag das Gespräch mit mir gesucht“, erklärte Jahn. Klar ist für alle Versammelten: „So lassen wir nicht mit uns umgehen. Unsere freiwillige Leistung wird missachtet“, erklärte Birger Möller. „Wir müssen ein eindeutiges Signal setzen“, meinte Nicolai Meller. „Lasst uns mit einem ganzen Zug vor das Rathaus fahren und uns bis auf die Boxershorts ausziehen“, schlug er vor. Hilke Ebel betont: „Wir sind völlig unpolitisch und leisten eine Pflichtaufgabe der Gemeinde.“

 Doch es gab auch andere Stimmen, die meinten, mit einem Austritt träfe es die Falschen. „Ich bin nicht wegen der Bürgermeisterin in der Feuerwehr“, tat sich Patricia Ebel schwer mit ihrer Entscheidung. Auch Helge Cornehl meinte, es sei nicht seine Sache, eine Aufgabe hinzuschmeißen. Dennoch: Alle forderten mehr Akzeptanz durch die Gemeinde ein. „Wir haben im November ein 300000 Euro teures Fahrzeug bekommen, das bis heute nicht offiziell übergeben worden ist.“ Für Jahn ist das nur ein Beispiel für „mangelnde Anerkennung“.

 Die Vorgeschichte: 2014 hatte der stellvertretende Wehrführer eine Spendenquittung ausgestellt – nach Anweisung des damaligen Bürgermeisters Walter Riecken (SPD), wie der Wehrführer betonte. Laut Amtsdirektor Sönke Körber und Gemeindeprüfungsamt ist das rechtswidrig. Auf Anraten der Landrätin, Stephanie Ladwig, folgte ein Disziplinarverfahren. „Da hätte es auch andere Wege gegeben“, meinten die Feuerwehrmitglieder.

 Zweiter Streitpunkt: 2015 erließ die Wehrführung einer Laboerin für das Auspumpen ihres Kellers die Gebühr. Ein Verstoß gegen die Satzung, so Körber. Das Amt änderte den Einsatzbericht, zur Entrüstung der Wehr. Die fragte erneut: „Wer darf hier eigentlich was?“ Der Amtsdirektor verwies auf mehrere Schreiben und Gespräche, in denen „die Rechtslage ausführlich“ erläutert worden sei. Bei der Feuerwehr blieben dennoch „mehr offene Fragen als vorher“, so Jahn. „Die Wehrführung muss sich doch auf Absprachen mit ihrem Dienstherrn verlassen können.“

 Für Körber ist klar: „Hier geht es längst nicht mehr um die Sache. Es wird Rechtliches mit Emotionalem vermischt.“ Er habe der Bürgermeisterin erneut dringend geraten, das Gespräch mit der Feuerwehr zu suchen. Seiner Ansicht nach könne nur ein Mediator wieder Ruhe in die Gemeinde bringen. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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