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Offenes Ohr für Angehörige

Alkoholsucht Offenes Ohr für Angehörige

„Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht mehr weiter.“ Diese Sätze hören Angelika Holländer, Frank Jagschies und Hanna Jeglorz häufig. Die drei sind Berater der beiden landesweit einzigen Familienklubs für Angehörige, Freunde und Kollegen von Menschen mit Alkoholproblemen. In Heikendorf und Kiel-Elmschenhagen läuft dieses Beratungsangebot schon seit einiger Zeit.

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Die Berater der Guttempler-Familienklubs Heikendorf und Kiel-Elmschenhagen (von links) Hanna Jeglorz, Angelika Holländer und Frank Jagschies, bieten Angehörigen, Freunden und Kollegen von Menschen mit Alkoholproblemen Unterstützung an.

Quelle: Christoph Kuhl

Heikendorf/Kiel. Vor allem in Heikendorf ist die Resonanz aber eher dürftig. Angelika Holländer sitzt im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche im Neuheikendorfer Weg „so manches Mal zwei Stunden lang ganz allein“, wie sie sagt. Die schwache Beteiligung steht ganz im Gegensatz zu den ebenfalls regelmäßigen Treffen der Guttempler-Gemeinschaft für alkoholabhängige Menschen an gleicher Stelle mit wöchentlich rund 20 Teilnehmern.

 „Für Abhängige gibt es Therapiemaßnahmen und Beratungsangebote in Hülle und Fülle. Den mitbetroffenen Familienangehörigen bleibt aber meist nur der Gang zum Psychiater“, sagt Frank Jagschies. Er ist sich sicher, dass es einen Bedarf an Beratungsgespräche gibt. Oft halte das Schamgefühl oder etwa auch die Angst vor Veränderungen die Angehörigen aber von einer Teilnahme im Familienklub ab.

 In diesen Guttempler-Klubs wird kostenlos und vertraulich die klassische Form der Hilfe zur Selbsthilfe praktiziert. „Wir hören zu, unterstützen, motivieren und bauen in den Gesprächen Hoffnung und Zuversicht auf. Hilfe tut einfach gut, auch Angehörigen“, berichten die wie Frank Jagschies extra geschulten Klubassistentinnen Hanna Jeglorz und Angelika Holländer. „Was wir nicht anbieten ist, die Probleme anderer zu lösen.“ Dafür gebe es ohnehin kein Patentrezept auf dem langen Weg aus der Abhängigkeit auch für die Mitbetroffenen.

 Etwa fünf bis sieben Millionen Angehörige von Alkoholabhängigen sind bundesweit nach Schätzung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen unmittelbar mitbetroffen. Folgen sind häufig stressbedingte Erkrankungen und psychosoziale Beeinträchtigungen.

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