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Den eigenen Lebensweg gefunden

Altpfadfinder Den eigenen Lebensweg gefunden

Mehr als 600 Kilometer ist er mit seinem Motorrad gereist. Das Ziel: Schönberg an der Ostsee. Der Franke Georg Flaig ist Altpfadfinder und traf sich am Wochenende mit etwa 80 Gleichgesinnten zur Generalversammlung direkt hinter dem Deich.

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„Das Pfadfindertum ist eine Absage an jede Form von Radikalismus oder Perfektionismus. Vor dem Ideal versagt der Mensch immer“, sagt Georg Flaig aus Franken mit dem traditionellen Pfadfindergruß auf dem Schönberger Deich.

Quelle: Nadine Schättler

Schönberg. Der freundliche Mann mit den kurzen Haaren und der Pfadfinder-Kluft liebt den rauen Wind. „Das ist Leben“, ruft der lebenslustige Franke auf dem grünen Hügel und blickt aufs Meer. „So ein Deich ist wie ein Berg. Ich schaue in die Ferne und sehe den Horizont. Für mich bedeutet das Sehnsucht.“ Sehnsucht nach dem Leben, der Begegnung, den Menschen, Kontakten und nach neuen Erfahrungen: „Die Pfadfinder bieten dafür einen sehr brüderlichen Rahmen“, erklärt der 47-Jährige.

 Die weite Anreise zur Versammlung des Verbandes Deutscher Altpfadfindergilden (VDAPG) waren für den Bayer mehr Kür als Pflicht. „Allein das Unterwegssein ist schön“, schwärmt Georg, der von seinen Pfadfinder-Brüdern liebevoll Schorsch genannt wird. Wenn sein Motorrad auf dem Hinweg zwischen Hamburg und Kiel nicht schlapp gemacht hätte, wäre er auf dem Rückweg noch eine Runde durch den Harz gefahren. „Die Pfadfinder, das sind eine weltweite Brüderschaft. Viele reden davon, aber wir leben das.“ Einen spanischen Pfadfinder habe er 1995 bei einem internationalen Treffen mit mehreren Tausend Teilnehmern in Schweden kennengelernt. Die Freundschaft verfestigte sich, vor zwei Monaten ist der Spanier mit seiner Frau nach Berlin gezogen. Ein Patenkind wiederum hat in Thailand einen Pfadfinder aus Mexiko getroffen, der ihn in seine Heimat einlud. Dort wurde der junge Deutsche von Familie zu Familie gereicht und konnte sich eine Unterkunft für die wochenlange Reise sparen.

 „Es ist etwas ziemlich Großes, sich für diese Sache zu engagieren“, sagt Georg Flaig. Als 18-Jähriger wechselte er deshalb von der katholischen Jugend in München zu den Georgspfadfindern vom Stamm St. Ansgar, um dort „vernünftige Jugendarbeit“ zu machen. Anschleichen, Tiere beobachten, Feuer machen – all das musste er in einer Art Crash-Kursus nachholen. So wurde Schorsch zum Leiter mit einer international anerkannten Ausbildung und schickt noch heute junge Pfadfinder auf Exkursionen, die er selber vorbereitet.

 „Wichtig ist mir, dass wir alle Friedenspfadfinder sind“, betont Schorsch im Hinblick auf die Gründungsgeschichte und die Affinität zum Militär. Bei den Pfadfindern gehe es um etwas anderes: die Überlebenskünste in der Natur kennenzulernen, auf der Landkarte den richtigen Weg zu finden, sich zu orientieren. „Man lernt, den eigenen Weg, den Weg durchs Leben zu finden.“

 Dem Maschinenbaumeister ist das gelungen. Als stellvertretender Gildesprecher der Altpfadfindergilde Bayern engagiert er sich noch heute für die Belange der Jugendlichen vor Ort sowie für internationale Projekte. Dafür reiste er gerne nach Schleswig-Holstein, um in der Generalversammlung des VDAPG über wichtige Grundlagen mitzuentscheiden und alte Bekannte zu treffen. „Ich bin wirklich ein Bayer, und ich liebe die Berge. Aber schön ist es hier auch!“

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