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Angeklagter war nur Mitläufer, nicht Mittäter

Amtsgericht Plön Angeklagter war nur Mitläufer, nicht Mittäter

Im Prozess wegen Unterschlagung hat der Richter des Amtsgerichts Plön einen 24-jährigen Angeklagten aus der Probstei freigesprochen. Im Sommer 2014 war er am Diebstahl eines Motorrads beteiligt - aber nicht als Mittäter, sondern nur als Mitläufer.

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Im Prozess wegen Unterschlagung hat der Richter des Amtsgerichts Plön einen 24-jährigen Angeklagten aus der Probstei freigesprochen.

Quelle: Symbolbild

Plön. Nun ist auch für den dritten der drei jungen Männer aus der Probstei der Schlussstrich unter eine leidige Sache gezogen, die das Amtsgericht Plön unter anderem als Unterschlagung und zweifacher Urkundenfälschung ahndete. Hauptzeugen waren zwei in dieser Sache bereits Verurteilte. Von deren Befragung erhofften sich Richter und Staatsanwältin, ob der 24-jährige Angeklagte Mittäter oder vielleicht nur Mitläufer war. Der Freispruch nach zweistündiger Verhandlung spiegelt wider, dass das Gericht eher von Mitläufer ausging.

Die Unterschlagung ereignete sich Sommer 2014, als die drei Männer im Großraum Hamburg angeblich ein Motorrad (eine 1000er-Suzuki) kaufen wollten. Die (kurze) Probefahrt führte jedoch schnurstracks über eine eigens mitgebrachte Rampe in den Laderaum eines Transporters, um das Zweirad zu stehlen. Die Urkundenfälschungen bestanden darin, dass die Motorradkäufer zwar im eigenen Auto beim Anbieter vorfuhren, jedoch vorher entwendete Kennzeichen montiert hatten, um einer Strafverfolgung zu entgehen, falls sich der Motorradverkäufer die Nummer gemerkt hätte. Die zweite Urkundenfälschung dann am Ende des Tages, als der Angeklagte und einer der Zeugen in Fiefbergen das Nummernschild eines Motorrades entwendeten, um mit ihrer Neuerwerbung eine unauffällige Runde zu drehen.

Der Angeklagte Christian R. gab im Gericht zu Protokoll, dass er von seinem Kumpel gebeten worden sei, ihm beim Abholen einer gekauften Maschine zu helfen. „Als mir bewusst wurde, dass die Suzuki geklaut werden sollte, habe ich mich nicht getraut, etwas dagegen zu unternehmen.“

Einer der Beteiligten und jetzt als Zeuge Geladene hatte nur noch „schemenhafte Erinnerungen – das ist ja schon ein paar Jahre her“. Er entlastete den Angeklagten soweit, dass dem wohl erst beim Diebstahl des Pkw-Kennzeichens klar geworden sei, dass es nicht um die Abholung einer bereits gekauften Maschine ging.

Den Aussagen des zweiten Zeugen, der vor einem Jahr als Drahtzieher dieser Sache zu zwei Wochen Jugendarrest verurteilt worden war, glaubte das Gericht nicht: „Lassen Sie in Zukunft die Finger von so’m Scheiß‘ – als Angeklagten will ich Sie hier nie wiedersehen!“

Mahnende Worte des Richters und der Staatsanwältin auch an den Freigesprochenen: „Wir können nicht gutheißen, dass Sie die Taten geduldet haben, kommen aber zur Überzeugung, dass Sie nicht aktiv beteiligt waren“. Der Drahtzieher habe damals „einen Dummen gesucht und zwei Dumme gefunden“.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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