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Andreas Breitner in der Bütt

Schwentinental Andreas Breitner in der Bütt

Ja, er könne sehr gut ohne Politik leben, versicherte Andreas Breitner, ehemaliger Innenminister, heute Direktor der norddeutschen Wohnungsunternehmen. Als Festredner beim Rosenmontag des HGV in Schwentinental zeigte er hintergründigen Humor, aber auch Flagge für seine neue Aufgabe.

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Andreas Breitner (links), Ex-Minister und heute Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen, erwies sich als humorvoller Redner. Vom HGV-Vorsitzenden Tillmann Frank bekam er zum Dank ein Präsent.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Der Rosenmontag in Schwentinental kommt ohne Verkleidung oder Umzugswagen aus. Die Rathausstürmung gehört vergangenen Zeiten an. Geblieben ist das gemeinsame Haxe-Essen im Hotel Rosenheim und die Tradition der launigen Rede. Tillmann Frank als HGV-Vorsitzender und somit Gastgeber versammelte in seiner kurzen Einführung eine Mischung aus Lob und Kritik am Rathaus. Bürgermeister Michael Stremlau hielt sein Grußwort diesmal in Reimform: „Zum zweiten Mal steh’ ich jetzt hier, umweht von Haxenduft und Bier...“ Zu seinem Rundumschlag gehörte die B76-Baustelle ebenso wie der Ostseepark, wo bei er versprach: „Das stehen wir durch.“ Der ebenfalls eingeladene Preetzer Bürgermeister Björn Demmin, kraft Amt ein Gegner der Ausbaupläne, nahm es gelassen.

 „Eigentlich brauche ich ihn nicht mehr vorstellen“, meinte Tillmann Frank über Gastredner Breitner, der im September 2014 sein Ministeramt niedergelegt hatte, um mehr Zeit für seine Kinder zu haben. Das Thema „Beim Wohnraum (bloß nicht?) sparen“ orientierte sich dann auch an seiner neuen Tätigkeit, die mit dem gestiegenen Bedarf durch die Flüchtlinge besonders aktuell geworden ist. Bezahlbarer Wohnraum sei ein gesellschaftlich wichtiges Produkt, hinter dem man stehen könne, so Breitner, der dem Politikbetrieb nicht nachzuweinen schien und nur Andeutungen zur Vergangenheit fallen ließ. Im Umgang mit dem Thema Flüchtlinge lobte er besonders die Ehrenamtler, die einfach zugepackt hätten: „Es waren Ehrenamtler, die die Arche Noah gebaut haben, Profis haben die Titanic gebaut.“

 Als Profi des Wohnungswesens wurde er aber ernst. Breitner warnte davor, die Fehler der 1970er-Jahre zu wiederholen und nun Großsiedlungen auf der grünen Wiese zu planen, wie es in Hamburg der Fall sei. Außerdem mahnte er zur Eile – und zum Pragmatismus: Die Anforderungen dürften „dem Ziel nicht im Wege stehen“, sagte er mit Blick auf die Politik, die nun wieder die „andere Seite“ ist.

 Seine traditionelle Tombola widmete der HGV der ehrenamtlichen Arbeit in Schwentinental. Gut 2000 Euro wurden beim Losverkauf eingenommen. Den Hauptgewinn, ein Wellnesswochenende, erhielt Ex-Bürgermeister Klaus Schade.

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