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Dersauer bangen um Zukunft des Dorfs

Arbeitsgruppe gebildet Dersauer bangen um Zukunft des Dorfs

In der Gemeinde Dersau haben Bürger eine kleine Arbeitsgruppe mit dem vorläufigen Titel „Zukunft“ gebildet, weil sie sich ernsthaft Sorgen um die Entwicklung des Orts am Großen Plöner See mit seinen fast 950 Einwohnern machen. Die Sorge ist nicht unberechtigt: Von den einst vier Hotel-Restaurants existieren nur noch zwei.

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Viele Bürger aus Dersau und den Nachbarorten hoffen, dass es für das kleine Kaufhaus doch noch eine Zukunft gibt.

Quelle: Anne Gothsch

Dersau. Die Inhaberin des „Dorffriseurs“ wird ihr Geschäft zum Monatsende aus gesundheitlichen Gründen schließen, viele Dersauer hoffen auf eine Nachfolge. Gegenüber, direkt am Dorfplatz, bietet der seit Jahren leerstehende Gasthof Westphal einen recht trostlosen Anblick. Ganz zu schweigen von dem einst beliebten Ausflugslokal und Ferienhotel „Zur Mühle am See“ direkt am Schiffsanleger für die Große Plöner See-Rundfahrt. Wenigstens für dieses Grundstück in bester Lage gibt es eine Zukunftsperspektive mit Eigentumswohnungen und Gastronomie, die sogar Platz für größere Festlichkeiten bieten soll.

Doch aktuell treibt etliche Dersauer die Tatsache um, dass das Kaufhaus Keidel voraussichtlich zum Ende nächsten Jahres geschlossen wird. Der Entschluss des Ehepaars Keidel ist lange bekannt, das Gebäude steht zum Verkauf, ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

„Wenn ich heute als Gewerbetreibender vor der Entscheidung stünde, würde ich nicht in Dersau investieren“, sagt Friederike Leiber in aller Deutlichkeit. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie Leibers Galerie-Hotel in der Gemeinde und möchte die schwindende Attraktivität des Luftkurorts nicht einfach hinnehmen. Sie hat die Gemeindevertreter deshalb vor einiger Zeit gefragt, welche Überlegungen oder Konzepte es gibt, um Dersaus Zukunft zu sichern, etwa mit einer vernünftigen Infrastruktur und attraktiven Angeboten für Einheimische und Gäste. „Doch da kam nur die lapidare Antwort, dass die Gemeinde derzeit keinerlei finanziellen Spielraum habe und im Flächennutzungsplan mögliche Entwicklungspotentiale festgelegt seien, berichtet die Gastronomin.

Weil auch andere Bürger mit dieser Antwort unzufrieden waren, gründeten sie spontan diese Arbeitsgruppe. Die hat mit Gerhard Reis, der auch den örtlichen Tourismusverein leitet, inzwischen einen Vorsitzenden und arbeitet an konkreten Themen beziehungsweise Projekten. So werden sich zwei Mitstreiter der Gruppe über das Genossenschaftsmodell des Markttreffs in Kirchbarkau informieren. Vielleicht taugt dieses ja auch für Dersau. Ein erstes konkretes Projekt soll zügig realisiert werden: zwei sogenannte Mitnahme-Bänke, die die Mobilität nicht motorisierter Dersauer fördern soll. Dazu ist geplant, eine auffällig gestaltete Sitzbank mit einem entsprechenden Hinweis vor der Tourist-Information am Dersauer Dorfplatz aufzustellen und eine zweite in Ascheberg. „Wer Platz im Auto hat, kann den Nutzern der Bank eine Mitfahrgelegenheit außerhalb der ausgedünnten Busverbindungen bieten“, erklärt Angelika Fabricius.

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