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Raus aus dem Teufelskreis

Arbeitslos im Kreis Plön Raus aus dem Teufelskreis

Langzeitarbeitslose im Kreis Plön sollen sich mit professioneller Hilfe über ihre Situation austauschen und Perspektiven finden. Geplant ist eine Zukunftswerkstatt am 17. August. Die Umsetzung übernimmt der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA).

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Im Haus der Diakonie in Preetz trafen sich zur Vorbereitung der Zukunftswerkstatt Gerhard Kerssen (Jobcenter, von links), Monika Neth (KDA), Jürgen Meereis (Osterberg-Institut), Volker Ratje (Wirtschaftsförderungsagentur), Petra Rink (Diakonie) und Maike Hagemann-Schilling (KDA).

Quelle: Ralph Böttcher

Preetz/Plön. Das Projekt SEMPRE (Social Empowerment in Rural Areas – zu deutsch etwa: soziale Ertüchtigung in ländlichen Räumen) hat zum Ziel, „ein Netzwerk für Mikroprojekte“ aufzubauen, erklärt Maike Hagemann-Schilling vom KDA. „Der Dienstleister wird mit den Betroffenen und ihren Familien zusammengeführt.“

 Seit März sind die beteiligten Partnereinrichtungen im Gespräch. Vertreter des Kreises, der Aktivregion Schwentine/Holsteinische Schweiz, des Kindernetzwerks, der Beschäftigungsinitiative Neuland, der Frauenarbeit im Kirchenkreis Plön-Segeberg, der Awo, der Wankendorfer Baugenossenschaft und des Jobcenters präsentierten jetzt die Ergebnisse ihrer Vorbereitungen.

 Das Herzstück des Projekts wird eine „Zukunftswerkstatt“ im Osterberg Institut in Niederkleveez sein. In Gruppen von maximal zwölf Teilnehmern sollen sich Langzeitarbeitslose mit ihrer individuellen Lebenssituation auseinandersetzen. „Da wird es auch Raum zum Klagen und zum Schimpfen geben“, versprach Hagemann-Schilling.

 Potenzielle Teilnehmer haben die Partner schon im Blick. Rund 7500 Langzeitarbeitslose in sogenannten „Bedarfsgemeinschaften“ erhalten Grundsicherung, 5000 davon kämen für das Projekt infrage, meint Jobcenter-Leiter Gerhard Kerssen. In ihm finden die Koordinatoren einen überzeugten Mitstreiter. „Wir experimentieren im Jobcenter auch mit Selbsthilfegruppen und ähnlichen Konzepten, um den Teufelskreis zu durchbrechen.“

 Kerssen berichtete von Menschen, „die seit zwölf, 15 Jahren“ arbeitslos sind und in der Folge unter psychischen Problemen leiden. „Erst wenn die sich wahrgenommen fühlen, kann man mit ihnen auch wieder über Arbeit reden.“ Besonders liegen ihm die fast 2000 Kinder am Herzen, die mit ihren arbeitslosen Eltern aufwachsen. Die Zukunftswerkstatt könne helfen, das Selbstwertgefühl der Betroffenen und die Vorbildfunktion der Eltern zu stärken.

 In dem Seminar sollen die Teilnehmer in erster Linie eigene Ergebnisse erreichen. Beispiele für Zielsetzungen nannte Monika Neth vom KDA: So könnten etwa dörfliche Mitfahrzentralen organisiert werden, die den Arbeitslosen im ländlichen Raum mehr Mobilität verschaffen. „Dabei muss es nicht nur um den Weg zu einer Arbeitsstätte gehen. Es hilft schon, wenn man sich mal irgendwo trifft und aus dem Trott rauskommt.“ Auch Sportangebote könnten die Betroffenen miteinander besser nutzen. Eine andere Idee sei, Faltblätter mit einschlägigen Informationen „in der Sprache der Arbeitslosen“ zu entwickeln.

 „Zukunftswerkstatt“ am Mittwoch, 17. August, 9.30 bis 16 Uhr. Die Teilnahme mit Verpflegung ist kostenlos. Ein Fahrdienst wird die Teilnehmer zum Tagungsort und wieder nach Hause bringen. Für Kinderbetreuung ist gesorgt. Flyer mit Informationen und Anmeldeformular gibt es in den beteiligten Partnereinrichtungen sowie im Internet unter www.kda-nordkirche.de. Weitere Auskünfte unter Tel. 0431/55779421.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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