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Jobcenter setzt auf Vernetzung

Arbeitslosigkeit in Preetz Jobcenter setzt auf Vernetzung

Die Jugendarbeitslosigkeit in der Stadt Preetz liegt unter dem Durchschnitt im Kreis Plön. Dafür ist der Anteil der Menschen, die vom Jobcenter Geld beziehen, hoch: Jeder fünfte Hartz-IV-Empfänger im Kreis Plön lebt in Preetz. Das Jobcenter Plön will das mit neuen Projekten ändern.

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Gerhard Kerssen, Geschäftsführer des Jobcenters Plön (links), und der Preetzer Bürgermeister Björn Demmin (rechts) können nicht widerstehen, als sie beim Rundgang durch das Haus am Sandberg mit Streetworker Rüdiger Wiese und Jobcenter-Teamleiterin Saskia Hamberg am Kickertisch vorbeikommen.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Bürgermeister Björn Demmin besichtigte am Dienstag mit Gerhard Kerssen, Geschäftsführer des Jobcenters Plön, und Saskia Hamberg, Teamleiterin für Jugendliche und Flüchtlinge, verschiedene Einrichtungen, um sich über Maßnahmen und eventuelle weitere Kooperationen zu informieren. Erste Station war das Haus am Sandberg, in dem Streetworker Rüdiger Wiese junge Menschen betreut. In der Fahrradwerkstatt sind vier Mitarbeiter über eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (AGH, ehemals 1-Euro-Jobber) beschäftigt, ein weiterer soll dazukommen. Für das Café, ein Treffpunkt für Einheimische und Flüchtlinge, seien drei Plätze bewilligt, erklärt Kerssen. Die AGHs seien interessant, um Menschen wieder an einen geregelten Tagesablauf heranzuführen und sie in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

Die Einrichtung „Wendepunkt“ mit 15 Plätzen war die zweite Station. Die Brücke SH als Träger betreut 16- bis 24-jährige junge Menschen mit psychosozialen Einschränkungen. „Es ist ein niedrigschwelliges Angebot, das sich an den individuellen Bedürfnissen orientiert“, so Hamberg. Im Idealfall gingen die Teilnehmer nach einem Jahr in ein Anschlussprojekt.

Ein Schritt weiter als der „Wendepunkt“ sei die Aktivierungshilfe der Kreishandwerkerschaft, so Kerssen. 24 junge Menschen ohne oder mit dem ersten erreichbaren Schulabschluss gewinnen Einblicke in Handwerk oder Hauswirtschaft. In der strukturierten Fünf-Tage-Woche gebe es praktischen Unterricht in Werkstätten sowie eine theoretische Ausbildung. Nach der halbjährigen Maßnahme sollen die Teilnehmer einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz erhalten. Diese Quote habe im vergangenen Jahr bei 35 Prozent gelegen. „Mich beeindruckt die Vernetzung der Angebote für junge Arbeitslose und die große Bereitschaft zu helfen“, sagte Demmin.

Preetz sei eine prosperierende Stadt, erklärte Kerssen abschließend. Es gebe knapp 4200 Arbeitsplätze, das seien 234 mehr als 2011. 3860 Bürger seien außerhalb beschäftigt, 2700 Menschen pendelten in die Stadt, 1500 wohnten und arbeiteten hier. „Sorgen bereitet mir aber die Verfestigung von Armut in Preetz“, so Kerssen. Die Stadt habe einen hohen Anteil an Langzeitarbeitslosen und Beziehern von Grundsicherung. Dem Jobcenter sei es gelungen, drei Projekte des Bundes in den Kreis zu holen, darunter eines zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit und für soziale Teilhabe. Für 25 Plätze seien 600000 Euro bewilligt. „Dabei wollen wir den Blick verstärkt nach Preetz richten.“

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