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Die Früchtchen haben es in sich

Aroniabeere Die Früchtchen haben es in sich

Mit einer Maschine erntet Siegbert Melzer auf seiner rund fünf Hektar großen Plantage in Blekendorf erstmals die Aroniabeeren. Die ersten Flaschen mit dem tiefroten, kräftigen Aronia-Wein konnte der Hobby-Winzer vor zwei Jahren abfüllen. Er möchte das Produkt noch weiter veredeln.

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Im Schritttempo fährt Siegbert Melzer an den Aronia-Sträuchern entlang.

Quelle: Anne Gothsch

Blekendorf. Noch steht das fabrikneue, glänzend saubere Stück auf dem Hof und muss mit dem deutlich älteren Trecker verbunden werden. Dabei ist Neffe Timon behilflich, der ein Händchen für die Elektronik hat.

 Kurz darauf tuckert Siegbert Melzer, im Hauptberuf Biologe und Botaniker, auf das große Feld, auf dem insgesamt rund 16000 Aronia-Sträucher in langen Reihen stehen. 6000 davon wurden erst im zurückliegenden Jahr gepflanzt und tragen noch keine Früchte. „In Schleswig-Holstein dürfte das die größte Aronia-Plantage sein“, vermutet Melzer, der vor wenigen Jahren eher zufällig auf die vitaminreiche Frucht gestoßen ist. „Ich hatte mich bis dahin auf alte Apfelsorten konzentriert, um daraus Saft, Wein und Sherry zu machen. Bei der Suche nach weiteren Apfelsorten, die heute nur noch wenig verbreitet sind, bin ich auf die Apfelbeere gestoßen, wie die Aronia auch genannt wird. Und weil ihr in vielerlei Hinsicht so gute Eigenschaften nachgesagt werden, fand ich, dass diese gesunde Frucht genau in das Konzept unserer kleinen Saft- und Weinmanufaktur passt, die ich mit meiner Frau Susann Schritt für Schritt weiter auf- und ausbaue“, so Melzer. Das Unternehmen ist inzwischen auch bio-zertifiziert: Anbau und Verarbeitung erfüllten nach dreijähriger Umstellungsphase die strengen Richtlinien.

 Die ersten Flaschen mit dem tiefroten, kräftigen Aronia-Wein konnte der Hobby-Winzer vor zwei Jahren abfüllen. Diesmal möchte er das Produkt noch weiter veredeln und in Barrique-Fässern zu einer Art Portwein ausbauen.

 Doch vor der Kür kommt die Pflicht, sprich Ernte, und die ist bei den derzeit etwa 80 Zentimeter hohen Sträuchern doch sehr mühselig.

 „Im zurückliegenden Jahr haben wir zwei Wochen lang mit zehn Leuten von morgens bis abends die Beeren per Hand abgepflückt und konnten uns nach einem Erntetag kaum noch rühren“, erzählt Ehefrau Susann Puck. „Weil das auf lange Sicht auch wirtschaftlich nicht durchzuhalten ist, hat sich mein Mann in Polen, wo die Aroniabeere schon seit Langem weit verbreitet ist, nach einer Maschine umgesehen.“

 „Mit der Maschine soll in fünf Stunden ein Hektar abgeerntet sein“, ruft Siegbert Melzer vom Trecker und konzentriert sich wieder auf seine Probefahrt. Er muss langsam und dicht genug heranfahren, damit die rotierenden Kunststoffstäbe die schwarz glänzenden Früchte abschütteln und -streifen können. Als er auf der anderen Seite der Strauchreihe zurückkommt, strahlt er mit Timon um die Wette. Die Premiere ist geglückt, der große Erntebottich ist schon fast halbvoll. „Dafür hätten wir etliche Stunden pflücken müssen“, sagt er und greift zufrieden mit beiden Händen in das Erntegut, das die Haut sofort tiefrot färbt.

 Die saftigen, herb-süßen Vitaminspender werden anschließend gewaschen, zerkleinert, zu Saft gepresst und teilweise zum Wein ausgebaut. Zurzeit sind die Produkte der Baltica Saft- und Wein-Manufaktur in einigen Hofläden und Biomärkten in der Region erhältlich, darunter auch im benachbarten Obst-Erlebnis-Garten. Geplant ist eine neue Internetseite mit Bestellmöglichkeiten.

 Weitere Informationen: www.kelterei-baltica.de

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