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Attraktiver mit Glasfaser

Schellhorn Attraktiver mit Glasfaser

15 Prozent der Haushalte in Schellhorn haben einen Vertrag mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser unterschrieben. Doch bis zum Breitband-Ausbau werden 40 Prozent benötigt, betonte Bürgermeister Kai Johanssen in der Einwohnerversammlung. Die Frist läuft noch bis zum 28. November.

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Projektleiter Andreas Dankert (von rechts) von der Deutschen Glasfaser zeigte den Zuhörern in der Einwohnerversammlung Schellhorn, wie die Kabel aussehen, die bis zum Haus verlegt werden. Auch der Schellhorner Bürgermeister Kai Johanssen und sein Stolper Amtskollege Holger Bajorat setzten sich für den Breitband-Ausbau ein.

Quelle: Silke Rönnau

Schellhorn. „Wir brauchen Glasfaser, um die Attraktivität unserer Gemeinde gerade auch für junge Familien zu erhalten und nicht zu einem Schlafdorf zu verkommen“, so Johanssen und ließ noch einmal die bisherigen Ereignisse Revue passieren. „Wir haben schon einen ordentlichen Weg zum schnellen Internet hinter uns“, sagte er. Die Gemeinde habe zunächst über den Beitritt zu einem Zweckverband beraten, sich letztendlich aber dagegen entschieden. „Einer der Gründe war, dass uns das Haftungsrisiko zu groß war.“ Auch die geforderte Anschlussquote von 60 Prozent sei den Gemeindevertretern zu heikel gewesen.

 Dann habe die Telekom angeboten, fünf Kabelverzweiger zu ertüchtigen, die Kosten für zwei weitere sollte Schellhorn übernehmen. „Wir waren kurz davor zu unterschreiben“, so Johanssen. Doch die Deutsche Glasfaser habe angeboten, den Ausbau kostenlos und flächendeckend zu übernehmen – bei einer Anschlussquote von 40 Prozent. „Daraufhin haben wir eine Vollbremsung mit der Telekom gemacht.“ Die Gemeinde wurde in Polygone aufgeteilt: Ortskern Schellhorn, Scharstorf, Freudenholm und Sophienhof. „Wir sehen Glasfaser als einen Schritt in die Zukunft, vor allem wenn man sieht, wie viele schon von zu Hause aus arbeiten“, sagte er Bürgermeister.

 Als Gast berichtete der Stolper Bürgermeister Holger Bajorat von den Erfahrungen in seiner Gemeinde. Dort habe die Telekom auf seine mehrfachen schriftlichen Anfragen gar nicht erst geantwortet. Zusammen mit Ruhwinkel und Wankendorf sei man dann mit der Deutschen Glasfaser gestartet. Ob Gemeindevertreter, Feuerwehr, Sportverein – alle hätten mitgemacht. Er habe aber auch vorher eines sehr deutlich gemacht: „Wenn nicht alle mitziehen, breche ich das Projekt ab.“ Gerade bei den älteren Einwohnern habe man aber schon viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Er habe auch damit geworben, dass die Enkel bei ihren Besuchen online gehen wollen und das Haus bei einem möglichen Verkauf mit schnellem Internet an Wert gewinne. Im Januar 2015 habe man die Verträge unterschrieben, seit dem Sommer seien alle angeschlossen.

 Projektleiter Andreas Dankert von der Deutschen Glasfaser erklärte, dass man bei einer Quote von 40 Prozent unabhängig von der Nachbarstadt Preetz starten werde, in der ebenfalls gerade die Nachfragebündelung läuft. Dann könnte man im Frühjahr 2017 beginnen, die Bauzeit betrage rund vier Monate. „Wir bauen ein komplett neues Netz und legen Glasfaser bis zum Haus“, erklärte er und zeigte ein sieben Millimeter starkes Kabel, das verlegt werde.

 Eine Zuhörerin berichtete, dass ihre Enkel immer auf dem neuesten technischen Stand seien und man das schnelle Internet brauche. Wenn man über den Fernseher Sendungen über das Internet sehen möchte, falle das Bild ständig aus. Ein anderer wollte wissen, ob er nach 24 Monaten den Anbieter wechseln könnte. „Wir haben ein offenes Netz, das auch andere nutzen könnten“, erklärte Dankert.

 Zwei weitere Informationsveranstaltungen werden am Freitag, 18. und 25. November, jeweils ab 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus angeboten.

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