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Auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung

Senioren in Schwentinental Auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung

Wer lebt wo in Schwentinental-Raisdorf und in welcher Form? Darüber soll die Sozialraumanalyse Auskunft geben, die das Haus St. Anna gemeinsam mit der Stadt angeschoben hat. Ziel ist, herauszufinden, wo und wie Senioren noch mehr Unterstützung brauchen.

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Moritz Wahl, Leiter des Pflegeheims St. Anna (rechts) und Bürgermeister Michael Stremlau (Mitte) arbeiten für die Sozialraumanalyse mit Sven Mischok zusammen. Damit soll zusätzlicher Bedarf für Senioren ausgelotet werden.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Mehr als 2000 Menschen über 60 Jahre leben allein im Ortsteil Raisdorf. Gut 500 davon sind bereits über 80, zwei sogar über 100 Jahre alt. Angesichts des bundesweiten demografischen Wandels dürften diese Zahlen in Zukunft noch steigen. Darauf will die Stadt sich vorbereiten: „Das Ziel ist, dass Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrer eigenen Wohnung leben können“, sagt Bürgermeister Michael Stremlau.

 Der Anstoß zu Sozialraumanalyse kam allerdings vom Haus St. Anna, dem einzigen Pflegeheim in Schwentinental. „Wir verstehen uns als Teil des Quartiers“, erklärt Haus-Leiter Moritz Wahl. Er will die Angebote seiner Einrichtung weiterentwickeln, auch über das Haus hinaus, und hatte beim Kuratorium Deutsche Altershilfe Förderung für ein solches Projekt beantragt. Da das untersuchte Quartier nicht zu groß sein darf, wird sich die Analyse lediglich auf den Raum Raisdorf beziehen, wo St. Anna auch ansässig ist. „Das ist der erste Schritt – wenn es sich bewährt, folgt der zweite Schritt auch für Klausdorf“, versichert der Bürgermeister. Und Moritz Wahl betont: „Wir sehen unseren Versorgungsauftrag für ganz Schwentinental.“

 In der Analyse sollen zunächst neben den demografischen Daten auch die bestehenden Angebote zusammengetragen werden. Dazu ist eine Veranstaltung am Dienstag, 8. November, ab 18 Uhr im Rathaus geplant. Dorthin werden alle örtlichen Akteure, von der medizinischen Versorgung bis zur Freizeitgestaltung, zu einem Workshop eingeladen: Vereine, Praxen, Apotheken, ambulante Dienste, Vertreter der Kirchen und soziale Einrichtungen. Sven Mischok, Berater für Sozialwirtschaft, unterstützt Wahl und die Stadt bei der Umsetzung des Projekts.

 Außerdem sollen die Bürger selbst befragt werden. Mischok entwickelt zurzeit einen Fragebogen, der in der Dezemberausgabe dem Stadtmagazin beiliegen soll. Die Stadtverwaltung hofft auf viel Rücklauf, um ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen. Die Auswertung der Ergebnisse soll am 11. Januar der Öffentlichkeit präsentiert werden.

 Ziel des Prozesses seien „Vernetzung und Hilfestellung“ , so Moritz Wahl. Ein mögliches Ergebnis der Analyse könnte der Einsatz eines „Kümmerers“ sein – jemand, der in einem bestimmten Bereich die Leute bei ihren verschiedenen Bedürfnissen unterstützt. „Entscheidend wird sein, die richtige Person dafür zu finden“, meint der Bürgermeister. Bisherige Erfahrungen anderer Kommunen hätten gezeigt, dass es jemand sein müsse, der bereits vor Ort bekannt sei und als vertrauenswürdig gelte. Wie ein solcher Einsatz finanziert wird, muss noch geklärt werden. Klar sei jedoch: „Das Ehrenamt ist damit überfordert“, so Stremlau.

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