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Aufstieg in die dritte Bundesliga

„Bridge am Grün“ Heikendorf Aufstieg in die dritte Bundesliga

Die Heikendorfer Spieler vom Club „Bridge am Grün“ trumpften in der Regionalliga und stiegen jetzt als eine der drei besten Mannschaften aus insgesamt 14 Landesverbänden in die dritte Bundesliga auf.

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Beim Bridge sitzen immer vier Spieler an einem Tisch und bilden Partnerschaften. Wer trumpfen möchte, braucht mindestens ein halbes Jahr Erfahrung.

Quelle: Nadine Schättler

Heikendorf. Nein, sie rauchen keine dicken Zigarren, trinken keinen Tee mit abgespreiztem Finger und sind während des Turniers mucksmäuschenstill. „Bridgespielen ist ein Denksport, von dem man immer behaupten wird, dass man es nicht kann“, sagt Richard Hömmen (58), Vorsitzender und Gründer des fast 14 Jahre alten Clubs „Bridge am Grün“ in Kitzeberg. Der Name ist wörtlich zu verstehen: Die Clubräume befinden sich in dem ehemaligen Vereinsheim des Kitzeberger Golfclubs, mitten auf dem grünen Rasen.

 Wer einen der quadratischen Bridge-Tische mit Fensterplatz erwischt, kann während der Konzentration im Spiel den Blick schweifen lassen. „Unser Club gehört zu den schönsten in ganz Deutschland“, sagt Hömmen, während die ersten Golf-Carts des Tages im Sonnenschein an bodentiefen Fensterscheiben vorbeisausen. Er muss es wissen: Der studierte Maschinenbau-Ingenieur hat seinen Beruf vor knapp 14 Jahren an den Nagel gehängt, um andere Trümpfe auszuspielen. Seitdem ist er hauptberuflicher Bridgespieler, Club-Vorsitzender, Ausbilder und Sportwart des Bridge-Verbands Schleswig-Holstein. Reich kann man damit nicht werden, auch wenn der eigene Club mit rund 120 Mitgliedern im Juni erstmals in die Bundesliga aufgestiegen ist. „Wir verdienen nichts, es gibt keine Sponsoren und auch sonst niemanden, der uns bezahlt.“

 Bridgespielen sei reines Hobby, so Hömmen. Als Ausbilder bekommt er allerdings hier und da ein Honorar, etwa wenn er in Kooperation mit der Volkshochschule Kurse für Einsteiger anbietet. „Das Spiel lässt sich in zehn Minuten erklären. Aber um ein passabler Bridgespieler zu werden, braucht ein Erwachsener mindestens ein halbes Jahr Übung“, erklärt der gebürtige Braunschweiger, der nach seinem Studium zum Kartenspiel kam. Kinder würden es deutlich leichter lernen, seien aber immer schwerer für Bridge zu begeistern. Denn Bridgespielen braucht Zeit.

 Wie beim Sport, so Hömmen, sollte man mindestens zwei Mal die Woche trainieren, um gut zu sein. „Die meisten Spieler sind extrem alt. Der gesamte deutsche Bridge-Verband leidet unter – man könnte fast sagen – einer Vergreisung“, erklärt der Clubchef. Doch der Aufstieg des Kitzeberger Clubs bringt neue Trümpfe mit sich. Ähnlich wie in der Fußball-Bundesliga konnte der Bridge-Club jetzt neue junge Spieler akquirieren. Eine Juniorin kommt aus Hamburg, ein 25-Jähriger aus einer ehemaligen Schul-AG. „In Deutschland hat Bridgespielen immer auch den Touch von elitär. Dabei ist es ursächlich ganz einfach ein Kartenspiel.“ In Polen, so Hömmen, sei Bridge so populär wie bei uns Skat oder Doppelkopf. In anderen europäischen Ländern wie etwa in den Niederlanden, in Dänemark, Frankreich und Italien gibt es das Spiel sogar im Schulunterricht. Wer es kann, lernt nie aus. Denn Bridgespielen ist wesentlich komplexer, als es zunächst aussehen mag.

 Eine Partie endet nach etwa sieben Minuten, dann wechseln die Spieler in den Heikendorfer Clubräumen die Tische, trinken einen Schluck Wasser und werden etwas lauter. Sobald die Karten aufgeteilt sind, verstummen sie wieder. Konzentration ist wichtig, um mit möglichst vielen Stichen ein gutes Ergebnis zu erzielen. Weitere Aufstiegschancen nach der dritten Bundesliga hält der Clubchef jedoch für unwahrscheinlich. „Das braucht Zeit. Das Ziel, was wir jetzt haben, heißt: Halten“, erklärt er.

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