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Aus für die Grundschule am Hufenweg

Preetz Aus für die Grundschule am Hufenweg

Gibt es in der Innenstadt von Preetz bald keine Grundschule mehr? Die Außenstelle der Friedrich-Ebert-Schule in den Schulen am Hufenweg (ehemals Wilhelminenschule) soll zum Schuljahreswechsel geschlossen werden. Die Eltern protestieren gegen diese Entscheidung, auf die auch die Politik überrascht reagierte.

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Die Grundschule am Standort Hufenweg soll zum Schuljahreswechsel geschlossen werden.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Anna Wollenberg, Leiterin der Friedrich-Ebert-Schule, nennt als Grund für die Verlegung, dass es zu wenig Anmeldungen für die erste Klasse nach den Sommerferien gebe. Die neuen Abc-Schützen sollen nun auf die Friedrich-Ebert- und Hermann-Ehlers-Schule verteilt werden. „Mit zwölf angemeldeten Kindern kann ich keine eigene erste Klasse bilden“, sagt sie. Derzeit werden in den beiden ersten Klassen 14 und 16 Schüler unterrichtet, in der zweiten 23 und in der dritten nur 14. Deshalb soll auch die dritte nach den Sommerferien auf die vier bestehenden Klassen am Standort Lohmühlenweg aufgeteilt werden.

 Schulrat Stefan Beeg habe ihr mitgeteilt, dass sie keine Extra-Zuweisung für die kleinen Klassen erhalte, erzählt sie. „Deshalb habe ich gar keine andere Möglichkeit.“ Sie könne die Eltern gut verstehen, aber ihr seien die Hände gebunden. Letztendlich hätten allerdings auch die Eltern mit den Füßen abgestimmt, wenn von rund 30 möglichen Erstklässlern nur zwölf für die Schulen am Hufenweg angemeldet werden.

 „Die Schulleiterin kann diese Entscheidung treffen, ohne dass wir als Schulträger unser Veto einlegen können“, erklärte Bürgermeister Björn Demmin auf Nachfrage. „Das kommt sehr überraschend für uns.“ Im Planungszirkel, in dem derzeit Schulleiter sowie Vertreter aus Stadtvertretung und Verwaltung über die Zukunft der Schulen am Hufenweg beraten, habe man erst am 9. Februar davon erfahren. „Wir hätten gern, dass die Grundschule an diesem Standort erhalten bleibt“, so Demmin.

 Lars Klint als betroffener Vater ist sauer. Er und seine Frau hätten bereits ein Kind in der vierten Klasse und wollten nun auch die Tochter dort einschulen, weil sie so positive Erfahrungen mit der Schule gemacht hätten. „Es ist in meinen Augen ein Skandal, dass es in der Innenstadt keine Schule mehr geben soll“, so der Geschäftsmann. In der Einladung seien die Eltern nicht über den Grund informiert worden, sodass man sich nicht darauf vorbereiten konnte, kritisierte er. „So kann man mit Eltern und schon gar nicht den Kindern umspringen.“ Man müsse andere Mittel und Wege für eine gemeinsame Lösung suchen. Die Eltern wollten sich nun mit dem Bürgermeister zu einem Gespräch treffen.

 Wolf Bendfeldt, Vorsitzender des zuständigen Haupt- und Finanzausschusses, betont, dass die Schulleitung laut Schulgesetz diese Entscheidung treffen könne. „Uns ist es lediglich mitgeteilt worden – wir haben weder diskutiert noch etwas beschlossen“, erklärt er. „Wir haben es als Handstreichverfahren empfunden.“ Er habe das Thema als Sachstandsbericht auf die Tagesordnung der Stadtvertretung setzen lassen. Außerdem plane er eine Sondersitzung des Ausschusses für den 3. März.

 „Wir können es schulrechtlich wahrscheinlich nicht aufhalten“, meint er. Es sei aber der grundsätzliche Wille der Politik, in der Stadtmitte eine Grundschule vorzuhalten. Zudem müssten ja auch einige organisatorische Fragen geklärt werden: Dazu gehörten die Busverbindungen, die Essensversorgung, die Schulsozialarbeit und die Hort-Angebote. Der von der Awo betriebene Hort an der Friedrich-Ebert-Schule sei voll belegt. Plan B sei, dass man einmal mit der ersten Klasse aussetze und die anderen Klassen weiterlaufen lasse. Doch das lehne die Schulleitung aus organisatorischen Gründen ab.

 Man dürfe außerdem nicht vergessen, dass seit 2008 rund vier Millionen Euro in den Schulstandort Hufenweg investiert worden seien – unter anderem für eine neue Mensa. „Wenn wir die Schulnutzung aufgeben, müssen wir eventuell Zuschüsse zurückzahlen“, befürchtet er. Und seine weitere Sorge: „Wenn wir jetzt die Grundschule aufgeben, ist der Schulstandort langfristig gestorben.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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Nach der drohenden Auflösung des Grundschulteils in den Schulen am Hufenweg in Preetz hat sich eine Elterninitiative Pro Wilhelmine gegründet. Zum Erhalt der Außenstelle der Friedrich-Ebert-Schule werden nun Unterschriften gesammelt, die am Dienstag, 23. Februar, in der Stadtvertretung überreicht werden sollen.

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