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Von Lütjenburg nach Seoul

Auslandsaufenthalt Von Lütjenburg nach Seoul

Nach dem Abi ein Jahr Auslandserfahrung zu sammeln. Die USA, Australien oder Neuseeland gehören dabei zu den beliebtesten Ländern, Südkorea eher nicht. Doch gerade dieses Ziel haben sich Friederike Kühl und Lina von Soosten aus Lütjenburg in den Kopf gesetzt. Sie starten am Mittwoch ihr Abenteuer.

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Lina von Soosten (links) und Friederike Kühl freuen sich auf ihr großes Abenteuer, auch wenn ihnen der Abschied von Familie und Freunden für ein knappes Jahr nicht leicht fällt.

Quelle: Anne Gothsch

Lütjenburg. Das Reisefieber dürfte bei den beiden 19-Jährigen langsam kritische Werte annehmen. „Haben wir an alles gedacht?“, „Sind wir auf diesen oder jenen Fall vorbereitet?“, „Kriege ich meinen Koffer überhaupt noch zu, und was passiert, wenn der verloren geht?“ Diese und tausend andere Fragen werden den Mädchen und ihren Eltern in den letzten Nächten vor dem Abflug wohl den Schlaf rauben. Dabei haben sich Lina und Friederike mit Unterstützung ihrer Familien und etlicher anderer Personen in den letzten Monaten sehr intensiv auf ihren Aufenthalt in Südkorea vorbereitet und hatten dabei einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Trotz intensiver Recherche gelang es ihnen nicht, in Deutschland oder im Zielland eine Organisation zu finden, die solche Austausche oder Aufenthalte koordiniert und als Ansprechpartner fungiert. Doch das konnte die jungen Frauen nicht von ihrem Wunsch abbringen. Schließlich interessiert sich Lina schon seit Langem für asiatische Kultur, sie hat an der Volkshochschule drei Semester in japanischer Sprache absolviert.

 Letztlich sei koreanische Musik bei den Freundinnen der Auslöser gewesen, sich näher mit dem Land zu beschäftigen. „Und plötzlich tauchen im Freundes- und Bekanntenkreis immer mehr Leute auf, die schon mal in Südkorea waren und uns von ihren Erlebnissen berichten konnten“, erzählt Friederike. Mittels Internet und Lehrbuch hätten beide ein wenig Koreanisch gelernt, das Lesen der ungewohnten Schriftzeichen gelinge schon ganz gut, vor Ort stehe natürlich als Erstes ein Sprachkursus auf dem Plan.

 In Lütjenburg engagieren sich Friederike und Lina seit Jahren in der evangelischen Jugendgruppe. Mit familiärer Unterstützung konnten sie schließlich einen Kontakt zur evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache (EGDS) in Seoul knüpfen. „Wir haben uns mit einer ausführlichen Bewerbungsmappe vorgestellt und Möglichkeiten eines ehrenamtlichen Engagements aufgezeigt. Davon waren die koreanischen Mitglieder offenbar begeistert, und eine Gruppe entwickelte dann gemeinsam mit Vertretern der presbyterianischen Kirche in der Republik Korea ein Konzept, das uns den Einsatz nicht nur in der dortigen Gemeindearbeit ermöglicht, sondern auch Tätigkeiten im sozialen und ökologischen Bereich“, berichtet Lina von Soosten.

 Bei ihren Recherchen hatten die Mädchen nämlich festgestellt, dass es auch in Südkorea ein Wattenmeer gibt, und nach einem Zusammentreffen mit einer in Seoul lebenden deutschen Ökologin auf dem Kirchentag in Stuttgart war klar, dass es ein gemeinsames Wattenmeer-Projekt geben würde.

 Ein weiteres Betätigungsfeld hat sich in einer Einrichtung der EGDS ergeben, in der die beiden Lütjenburgerinnen auch wohnen werden. Dort können sie in englischer Sprache den Unterricht für Kinder aus Migrantenfamilien mitgestalten. Dass sich die beiden in der Gemeindearbeit und vor allem in der Jugendgruppe einbringen wollen, liegt auf der Hand, sie können dabei ihre Erfahrungen aus der Heimat nutzen.

 „Wir sind auf alles unglaublich gespannt und freuen uns riesig über diese Möglichkeit“, sagt Lina von Soosten. „Sehr dankbar sind wir all denen, die uns bei der Vorbereitung und Finanzierung des Auslandsaufenthaltes unterstützt haben. Und nach all dem Behördenkram mit Visum, Versicherungen und diversen Nachweisen sowie der medizinischen Vorbereitung mit sieben Impfungen sind wir froh und erleichtert, dass es jetzt endlich losgehen kann“, ergänzt Friederike.

 Wer wissen möchte, wie die beiden in dem fernen Land zurechtkommen und was sie erleben, kann sich per E-Mail an vonsoosten-kuehl@t-online.de für den Freundesbrief anmelden, den die Mädchen regelmäßig schicken wollen.

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