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Medien-Offensive für Kita-Kinder

BBZ Preetz Medien-Offensive für Kita-Kinder

Immer mehr Kinder unter sechs Jahren nutzen Smartphone oder Tablets. Das führt in der Ausbildung und Praxis von Erziehern zu neuen Fragen und einem veränderten Umgang mit Medien. Um sich darauf vorzubereiten, wurde am Berufsbildungszentrum (BBZ) Preetz eine Medienwerkstatt gegründet.

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Lehrer Christian Osbar präsentiert die technische Ausstattung, die den Schülern im BBZ Preetz zur Verfügung steht.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. In der Fachschule für Sozialpädagogik im BBZ Preetz hängt eine Grafik, die darstellt, welche Medien Grundschüler täglich wie lange nutzen – manchmal auch parallel. Bei den Sechs- bis Siebenjährigen sind es 150 Minuten pro Tag. „Das Fernsehen erlebt eine neue Blüte mit den Streaming-Diensten“, erklärt Christian Osbar, Ansprechpartner für die Medienwerkstatt. Dazu komme verstärkt das Smartphone, das auch in den Kindertageseinrichtungen eine immer größere Rolle spiele. „Manchmal wird es zu Hause als Babysitter genutzt“, so Osbar. Oder die Kleinen ahmen ihre Eltern nach, halten ihre Hand vors Gesicht, als ob sie ein Telefon hielten.

 Viele bekämen schon im Grundschulalter von den Eltern ein Smartphone geschenkt. Oft mit Apps, von denen Mütter und Väter glaubten, sie hätten einen Nutzen, weil ihre Kinder etwas lernen könnten. Dies sei aber einseitig, kritisiert Osbar. „Es führt dazu, dass sie grundlegende Erfahrungen nicht sammeln können.“ Vieles finde nur im Kopf statt, die körperliche Bewegung komme zu kurz. „Das führt zu Entwicklungsverzögerungen.“ So gebe es beispielsweise das sogenannte Montagsphänomen: Die Kinder hätten einen besonders großen Bewegungsdrang, weil sie am Wochenende nur Medien konsumiert haben.

 Die angehenden Erzieher lernen deshalb, die neuen Medien anders einzusetzen, die dann auch eine Bereicherung sein könnten. „Wir arbeiten viel mit Fotografie, Video- und Audioaufnahmen“, erzählt der Lehrer. Man könne durchaus mit den Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren Filme drehen. Gemeinsam könnten sie die Umgebung erkunden oder Feuerwehr und Polizei besuchen. Die Kinder seien begeistert bei Interviews dabei. Sogar Trickfilme zum Beispiel mit Playmobil-Figuren könnten entstehen. So könnte man das Thema gesunde Nahrung in den Kita-Alltag integrieren. Die Ideen werden gemeinsam entwickelt. „Es ist wichtig, dass wir die Kinder vom Konsumenten zum Produzenten machen.“

 Das BBZ hält die Ausstattung vor. Im Medienraum steht sogar ein Trickfilmständer, um einzelne Szenen aufnehmen zu können, die später zusammengefügt werden. Die angehenden Erzieher erhielten eine Medien-Grundbildung und seien aufgefordert, selbst zu fotografieren oder zu filmen. „Diese Filme nutzen wir auch für den Unterricht“, sagt Osbar und zeigt einen kurzen Beitrag zum Thema Aufsichtspflicht. Filme vom Gruppenalltag könnten bei Elternabenden gezeigt werden, um mit den Müttern und Vätern ins Gespräch zu kommen. Außerdem könnten Eltern und Erzieher ihre eigene Mediennutzung reflektieren.

 Beim nächsten Treffen der Medienwerkstatt am Montag, 21. November, von 15.30 bis 17 Uhr in der Fachschule für Sozialpädagogik in Preetz, Kührener Straße 83, geht es um Das Smartphone als Babysitter? Medien als Thema in der Zusammenarbeit mit Eltern. Ein Referent des Offenen Kanals Kiel will unter anderem erläutern, wie viel Medienkonsum für Kinder angemessen ist, wie man mit den Eltern ins Gespräch kommt, welche Apps sinnvoll sind. Erzieher und Lehrer können sich im Schulsekretariat, Tel. 04342/71560, anmelden.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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