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Bahn-Reaktivierung am Pranger

Kiel-Schönberg Bahn-Reaktivierung am Pranger

Die Gegner der Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberg wollen ihre Argumente weiter strukturieren und dann in alle Gremien einbringen, lautete das Fazit des CDU-Kreisvorsitzende Werner Kalinka nach einer Gesprächsrunde in Probsteierhagen:

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Konrad Gromke (links), Sprecher der BI gegen die Bahn, führte in das Thema ein. Auf dem Podium (von links): Petra Pluhar, Werner Kalinka, Malte Schildknecht und Bernhard Ziarkowski.

Quelle: Thomas Christiansen

Probsteierhagen. „Der heutige Abend sollte der sehr aktive Beginn dafür sein“, erklärte Kalinka. Im gut gefüllten Saal des Restaurants Irrgarten hatte Konrad Gromke, Sprecher der Bürgerinitiative „Bürger für den Bus – gegen die Bahn“, zuvor zum Auftakt der Veranstaltung der Kreis-CDU noch einmal die Kritik zusammengefasst. Er wolle das „möglichst neutral“ darstellen und bezeichnete sich als „Freund des Zugs“, bezweifelte dann aber den volkswirtschaftlichen Nutzen dieser Strecke und beklagte, dass es „keine Informationen“ gebe. Sorgen bereiten vor allem die Auswirkungen auf den Busverkehr: „Es ist klar, dass die Taktung der Busse halbiert wird.“ Gromke forderte eine neue Bedarfsanalyse, eine neue Kostenermittlung und eine Klärung der Frage, wohin die Bahnhöfe sollen. In der anschließenden Diskussion blieben die Gegner unter sich.

 Es gebe „keine Bürgerbeteiligung“, meinte Gemeindevertreter Karl-Heinz Fahrenkrog und beklagte, dass die Gemeinde nicht wisse, wie viele Parkplätze am Bahnhof notwendig seien, und wie sie das finanzieren solle. Nach Ansicht von Gromke müsse Prasdorf für die Parkplätze Geld in die Hand nehmen, weil auf dem Gebiet von Probsteierhagen dafür am Bahnhof kein Platz sei. Andere forderten Wildzäune und eine Absicherung der Wanderwege an der Bahnstrecke.

 „Schilda lässt grüßen“, befand Olaf Bastian aus Schönkirchen, denn seiner Meinung nach solle ein kostendeckender Busverkehr der VKP durch eine defizitäre Bahn ersetzt werden. Der CDU-Kreistagsabgeordnete Bernhard Ziarkowski kritisierte „verdeckte Kosten“ wie die Finanzierung der Bahnhofsumfelder und vermutete Verluste der VKP. Ziarkowski sprach von einer „dumpfen Mehrheit“ im Kreistag, gegen die man mit Argumenten keine Chance habe. Horst Perry aus Probsteierhagen fragte, wie es angehen könne, dass die CDU in Schönberg für die Bahn sei.

 „Alle haben die Meinung der Redner bestätigt“, meinte schließlich eine Schönbergerin und fragte in die Runde: „Was müssen wir machen, damit man uns zuhört?“ Werner Kalinka antwortete ihr: „Sich engagieren – dazu gehört ja auch so ein Abend.“

 Eine konkrete Aktion kündigte Konrad Gromke an. Sobald es ein neues Gutachten zum volkswirtschaftlichen Nutzen der Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberg gebe, will die Bürgerinitiative diese von Fachleuten überprüfen lassen. Das werde voraussichtlich 2000 bis 3000 Euro kosten. „Wir werden sammeln“, sagte Gromke.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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