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Immer weniger Zuschüsse

Barrierefreie Bushaltestellen Immer weniger Zuschüsse

In Hohenfelde zahlt sich die Weitsicht vergangener Jahre aus. Für den Bau einer barrierefreien Bushaltestelle kassierte die Gemeinde noch einen Zuschuss von 75 Prozent der Kosten. Wer jetzt baut, steht schlechter dar. Nach Angaben des Kreises sank die Förderquote auf nur noch 31 Prozent.

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Weiß geriffelte Steine erleichtern Sehbehinderten das Busfahren: Sie zeigen an, wo die Fahrgäste in den Bus steigen können. Bis 2022 müssen alle Haltestellen barrierefrei sein.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Plön. Wie der stellvertretende Landrat Werner Kalinka mitteilte, hat das einen einfachen Grund. Die Nachfrage im Kreis Plön ist einfach gewachsen. 2014 lag einzig der Antrag von Hohenfelde auf dem Tisch. Ein Jahr später wollten bereits fünf Gemeinden in den Genuss eines Kreis-Zuschusses kommen, dieses Jahr gingen 15 Anträge ein. Die Gemeinden rüsten ihre Bushaltestelle nicht freiwillig um. Ein Gesetz regelt, dass bis 2022 die am meisten benutzten und wichtigsten Anlagen barrierefrei sein müssen. In diesem Jahr stellt der Kreis 140000 Euro für diese Aufgabe zur Verfügung. Kalinka betont, dass es sich dabei um freiwillige Leistungen handelt. Der Kreis müsste nicht, gibt aber dennoch Geld. „Erfreulicherweise können wir auch in diesem Jahr alle Anträge positiv bescheiden.“ Wenn auch nur noch mit einer Förderquote von 31 Prozent. Sollte allerdings eine Gemeinde ihren Antrag zurückziehen, käme das finanziell den anderen zu Gute, so Kalinka. Das nicht abgerufene Geld würde an sie verteilt.

Wie sich die gesunkene Unterstützung auswirkt, zeigt sich am Beispiel Hohenfelde. 55000 Euro kostete der Bau der Businsel im Ortszentrum vor zwei Jahren. Davon flossen 40000 Euro als milde Gabe des Kreises. Heute würde die Gemeinde nur noch mit knapp 17000 Euro unterstützt werden.

Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Anträge weiter zunehmen wird. Kalinka: „Am Ende wird es Aufgabe des Kreistages sein, diese Situation hinsichtlich der weiteren finanziellen Förderung zu bewerten.“

15 Punkte umfasst die Liste, die eine barrierefreie Bushaltestelle der wichtigsten Kategorie beschreiben. Dazu gehören Hochbordkantsteine, an denen Niederflurbusse halten können. Weiterhin müssen sie Sitzgelegenheiten bieten, über ein Leitsystem für Blinde mit Taststeinen verfügen und über eine geebnete Zuwegung verfügen, damit auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator sie ohne Probleme erreichen können.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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