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Prägend für die Probstei

Baumeister Hermann Göttsch Prägend für die Probstei

Nicht nur seinen Heimatort Schönberg, auch die umliegenden Dörfer der Probstei hat Hermann Göttsch mit seinen ab 1895 entstandenen Bauten geprägt. Anhand von Bauplänen, Skizzen und Fotos, aber auch Werkzeugen veranschaulicht das Probstei-Museum Schönberg jetzt sein Schaffen.

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Renate Sommerfeld (links), Ulrich Höhns (Mitte) und Hans Hermann Malchau haben nach dem Konzept von Höhns die Ausstellung gestaltet.

Quelle: Thomas Christiansen

Schönberg. „Hier in der Heimat seines Wirkens ist der rechte Ort, um Hermann Göttsch endlich die Ehre zu erweisen – möge dies erst der Anfang sein“, sagte Jörn Biel, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, bei der Eröffnung der Sonderausstellung, die mit einem umfangreichen Begleitprogramm bis Ende November in Schönberg zu sehen ist. Noch heute sind in Schönberg und Umgebung viele Gebäude zu finden, die von Göttsch entworfen und gebaut wurden, betonte Biel.

 Die Ausstellung unter der Trägerschaft des Heimatbunds entstand in Zusammenarbeit mit der Familie des Baumeisters, die auch Leihgaben aus dem umfangreichen Nachlass zur Verfügung stellte. Anhand von vielen Quellen, persönlichen Gegenständen und Werkzeugen wird auch die Betriebsgeschichte des Baugeschäftes dargestellt, das bis in die 1980er-Jahre hinein – zuletzt von seinem Enkel Hermann Finck – in Schönberg geführt wurde.

 Die Anregung zu der Ausstellung war vom Museumsvereinsvorsitzenden Hans Hermann Malchau gekommen, erzählte Hermann Finck, der die zur Eröffnung geladenen Gäste zur Darstellung „des Lebenswerks meines Großvaters“ begrüßt hatte. Er dankte den Eigentümern, „die über die Jahre viel getan haben, um die Häuser zu erhalten und uns hineingelassen haben“.

 „Wir sind stolz darauf, diese Ausstellung bei uns im Museum zeigen zu können“, erklärte Malchau. Mit der Ausstellung startet das Probstei-Museum Schönberg in die neue Saison. Ulrich Höhns, Leiter des Schleswig-Holsteinischen Archivs für Architektur und Ingenieurbaukunst, der für die Konzeption der Ausstellung verantwortlich ist und auch den Katalog verfasste, sprach von einer „großen Lebensleistung“ von Hermann Göttsch. Zwischen 1895 und 1947 hat er mehr als 400 Bauten entworfen und mit seinem Familienunternehmen errichtet. Diese Bauten „prägen an vielen Stellen bis heute die Ortsbilder der Probstei“.

 Entstanden sind in den gut 50 Jahren sowohl kleine Landarbeiterhäuser wie auch stattliche Wohnhäuser für Hofbesitzer, Scheunen, Schulen, ein Postamt, ein Amtsgericht, Apotheken, eine Klinik, Ladengeschäfte, Bäckereien. Viele dieser Gebäude stehen noch heute und befinden sich in einem sehr guten Zustand. Zu den Bauten von Hermann Göttsch gehört auch das Hotel am Rathaus, lange Zeit unter dem Namen Bahnhofshotel bekannt.

 Die jetzt wiederentdeckten Bauzeichnungen würden „einen genauen Einblick in eine außergewöhnliche, in Art und Umfang einmalige Entstehungsgeschichte ländlicher Architektur in einer von ihrer Ausdehnung her kleinen Region“ vermitteln, heißt es in einer Erklärung des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes zu der Ausstellung.

 Göttsch habe die im Historismus der Gründerzeit wurzelnden Formideen weiterentwickelt, „hin zu den Reformbestrebungen der um 1910 aufkommenden Heimatschutzarchitektur mit klaren, sachlichen Formen, von denen er auch im Nationalsozialismus nicht abweicht“.

 Zum Begleitprogramm der Ausstellung über Hermann Göttsch gehören nicht nur Vorträge und Führungen. Sowohl bei den ab Mai angebotenen historischen Radwanderungen wie auch bei den im Sommer angebotenen historischen Spaziergängen durch Schönberg wird gezielt auf die Bauten von Göttsch eingegangen. Am Donnerstag, 30. Juni, 19.30 Uhr, spricht Landeskonservator Michael Paarmann im Probstei Museum über Ländliche Kulturdenkmale – Grenzen und Möglichkeiten der Denkmalpflege. Die Ausstellung ist bis zum 27. November im Museum zu sehen – zunächst nur sonnabends und sonntags, ab 1. Mai täglich von 14 bis 17 Uhr.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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