20 ° / 16 ° Sprühregen

Navigation:
Baumkataster wird digital

Amt Schrevenborn Baumkataster wird digital

Die Stieleiche an der Ecke Wiesenkamp/Hufnerweg in Heikendorf ist etwa 60 bis 70 Jahre alt und in gutem Zustand. Diese Information samt Koordinaten erfassen Michael Müller-Inkmann und Ulrich Brink gleich im Computer – sie erstellen ein digitales Baumkataster für das Amt Schrevenborn.

Voriger Artikel
Attraktiver mit Glasfaser
Nächster Artikel
Weitere Kadaver in Schleswig-Holstein entdeckt

Michael Müller-Inkmann klopft die Bäume ab: „Alle Arten haben ihren eigenen Klang.“

Quelle: Andrea Seliger

Heikendorf. Wenn ein toter Ast abfällt und einen Menschen verletzt oder etwas beschädigt, ist der Baum-Besitzer haftbar. Das gilt auch für die Gemeinden und ihr öffentliches Grün. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass keiner zu Schaden kommt“, sagt Harald Rutz, Leiter des Betriebshofs im Amt Schrevenborn. Die Gemeinden hätten eine Verkehrssicherungspflicht. Bisher haben seine Mitarbeiter jährlich die kommunalen Bäume besichtigt und das Ergebnis auf Papier festgehalten. Mit einem digitalen Baumkataster geht der Betriebshof nun neue Wege.

 Die Erstellung des Katasters wurde an das Büro Grünraum aus Rostock vergeben, das auf solche Aufträge spezialisiert und zertifiziert ist. Müller-Inkmann und Brink erfassen die einzelnen Bäume und begutachten sie gleichzeitig. Zukünftig werden sie die Bäume dann nur noch einmal jährlich erneut besichtigen und die Veränderungen in der Datei ergänzen. Rutz erhofft sich davon nicht nur Arbeitsersparnis für seine Mitarbeiter, sondern auch mehr Rechtssicherheit durch die genaue Dokumentation. Denn damit ließen sich die Vorsorgemaßnahmen des Amtes detailliert nachweisen – auch gegenüber den Versicherungen, falls es doch einmal zu einem unvorhersehbaren Schaden komme.

 In den vergangenen Tagen waren Michael Müller-Inkmann und Ulrich Brink noch gemeinsam unterwegs. In den kommenden Wochen wird Brink größtenteils allein Baum für Baum abgehen. Zunächst werden alle in Heikendorf erfasst, danach auch die von Schönkirchen und Mönkeberg. Dies wird voraussichtlich bis März dauern. Bei den Passanten haben die Männer mit dem Computer schon verschiedene Theorien ausgelöst: „Kinder haben uns gefragt, ob wir ein Flugzeug lotsen würden“, berichtet Brink.

 Zur Begutachtung eines großen Baumes gehört auch die Klopfprobe, für die die Fachleute einen Gummihammer dabei haben. „Wir klopfen sie darauf ab, ob sie hohl sind, ob sie Faulstellen haben und ob sich Rindenstücke ablösen.“, erklärt Müller-Inkmann. Man bekomme ein Gefühl dafür, wie eine Baumart sich anhören muss. „Manchmal kann man schon am Klang erkennen, dass etwas nicht stimmt.“ Die Dokumentation gehöre aber heute immer dazu: „Wer glaubt, dass er auf den Computer verzichten kann, wenn er in der Natur arbeitet, der irrt.“

 Bisher gab es noch keine großen Problemfälle, doch die Begutachtung hat ja erst begonnen. Manche der Schäden können die Betriebshof-Mitarbeiter selbst beseitigen. Kompliziertere Maßnahmen müssen ausgeschrieben werden – beispielsweise die Beschneidung eines großen Baums, für die ein Hubsteiger benötigt wird oder der erklettert werden muss. „Das dürfen meine Leute gar nicht“, so Rutz.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Events: Kreis Plön

Veranstaltungen im
Kreis Plön - Aktuelle
Termine, News, Infos

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3