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Arbeitsplatz in 36 Metern Höhe

Baumpflege Arbeitsplatz in 36 Metern Höhe

Die denkmalgeschützte Lindenallee am Gut Ascheberg, eine der seltenen vierzeiligen Doppelalleen, wird aufwendig saniert. Möglich macht das eine Initiative der Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten und des Eigentümers. Drei Viertel der Kosten von 30 000 Euro übernimmt die Umweltlotterie Bingo.

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Baumpflegerin Annika Franzen zeigt Albrecht Graf Brockdorff-Ahlefeldt in luftiger Höhe den Zwischenstand der Sanierungsarbeiten an der Gutsallee.

Quelle: Dirk Schneider

Ascheberg. Seit einer Woche kreischen Kettensägen auf der 300 Jahre alten Zufahrt zum Schloss. Von den Baumwipfeln rieselt immer mal wieder Raureif durch das gleißende Sonnenlicht. Ein Feuerkorb glimmt vor sich hin – der einzige warme Fleck in der frostigen Szenerie.

 Im Mittelpunkt steht ein knallrotes Ungetüm: Die Kettenbühne Leo 30 krallt sich wie ein Rieseninsekt in die Bankette. Mit dem Ausleger hebt sie die Baumpfleger Annika Franzen und Jens Scheunemann 36 Meter in die Höhe. Nicht jedermanns Sache, diese schwankende Arbeitsbühne. Aber die beiden Routiniers von der Firma Astrein in Panker schwören drauf.

 Ihr Auftrag ist der Rückschnitt der Baumkronen um etwa fünf Meter. Warum die Arbeiten im Winter ausgeführt werden, erklärt Ernst-Wilhelm Rabius, Vorsitzender der 2014 gegründeten Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten in Schleswig-Holstein: „Aus Gründen des Artenschutzes und des Baumschutzes.“

 Wertvolle Alleen vor dem Verfall zu bewahren und zu regenerieren, sei das Ziel des Vereins. „Die Lindenallee ist sogar akut gefährdet, weil die alten Bäume im oberen Kronenbereich stark vergreisen und teilweise abgestorben sind“, erklärt Rabius. Einige der 204 sogenannten holländischen Linden, ein Hybrid aus Sommer- und Winterlinde, seien bereits auseinandergebrochen. Die Lindenallee auf der Halbinsel des Gutes Ascheberg, das im Besitz der Familie Brockdorff ist, genießt unter Naturschützern allergrößte Beachtung. Nicht nur viele seltene Vogelarten wie Kleiber, Kauz und vor allem Gartenrotschwanz nutzen die alten Bäume zur Nahrungssuche und als Brutplatz. Für Fritz Heydemann vom Nabu-Landesvorstand „ist das ein hervorragender Jagdraum für Fledermäuse“. Margita Meyer, Gartenreferentin im Landesamt für Denkmalpflege, schildert den Versuch, den Fledermausbestand in diesem Bereich zu dokumentieren: „Da ist sogar der Detektor ausgefallen, so viele Tiere waren in der Luft.“

 Mit vor Ort ist auch Frank Dettmer, bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Plön zuständig für Bäume und Knicks. Neben dem Schutz des Lebensraums wertvoller Pflanzen wie Hohler Lerchensporn, Wiesenschlüsselblume und Waldgelbstern ist bei der Alleensanierung die Verkehrssicherheit zu beachten. Äste, die in den Innenraum ragen, werden fachmännisch entfernt. Jens Scheunemann und seine Mitarbeiter sind noch bis Anfang nächster Woche bemüht, die Statik der alten Bäume zu sichern.

 Nur ein paar Schritte entfernt findet man auf der Halbinsel übrigens eine weitere vierzeilige Baumstraße: Die „Wasserallee“ führt im rechten Winkel zur Lindenallee direkt vom Haupteingang des Herrenhauses zum Großen Plöner See. Auch hier sehe man den Erfolg früherer Baumpflegearbeiten, wie Albrecht Graf von Brockdorff-Ahlefeldt betont: „Die Bäume haben wieder Luft.“

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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