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Begegnungen im neuen Café am Sandberg

Anlaufstelle für Flüchtlinge Begegnungen im neuen Café am Sandberg

Vor elf Jahren hatte der Streetworker Rüdiger Wiese in Preetz das Haus am Sandberg übernommen. Das verfallene Gebäude wollte die Stadt als Eigentümerin eigentlich abreißen. Doch es entwickelte sich ein Anlaufpunkt für junge Menschen. Jetzt soll dort auch ein Begegnungscafé für Flüchtlinge entstehen.

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Projektleiterin Claire Borscheid, Bürgermeister Björn Demmin und Streetworker Rüdiger Wiese wollen im Haus am Sandberg ein Begegnungscafé einrichten. Zurzeit werden die Räume renoviert.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Doch vorher muss noch renoviert werden. „Hier ist in all den Jahren nichts gemacht worden“, bedauert der Streetworker. Umso mehr freut er sich, dass nun rund 30000 Euro investiert werden. Die Stadt erhält einmalig pro Flüchtling eine Integrations- und Aufnahmepauschale, berichtet Bürgermeister Björn Demmin. „Wir haben beschlossen, sie in Sachkosten zu investieren.“ Die „Jungs“ aus dem Streetworker-Projekt, die auch die Fahrradwerkstatt betreiben, hätten diese Idee selbst entwickelt, um die Flüchtlinge einzubinden, freut sich Demmin. Mit der Pauschale könne man nun die Räume erneuern. „Das Gebäude war am Ende“, beschreibt er den alten Zustand.

 Neben dem Integrationsgedanken sei es auch eine Art Belohnung und Perspektive für die jungen Menschen, die sich hier seit Jahren einbringen, so Demmin. Claire Borscheid, in der Stadtverwaltung für das Projekt zuständig, erklärt, dass Decken und Wände neu gestrichen werden und die Fußböden einen neuen Belag erhalten sollen. Außerdem sollen die Sanitäranlagen komplett erneuert werden und die Räume mit neuen Möbeln ausgestattet werden. Auf dem Wunschzettel des Streetworkers steht ein großer Unterstand für die Fahrradwerkstatt, in der auch die Flüchtlinge selbst schrauben dürfen.

 Ein Schriftzug über der Eingangstür soll auf das Haus am Sandberg aufmerksam machen. Im ehrenamtlich organisierten Begegnungscafé werden Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis angeboten. So soll der Kaffee 50 Cent kosten. Der Streetworker will versuchen, drei Arbeitslose über eine AGH (Arbeitsgelegenheit) einzubinden. „Ich kann ja nicht dauerhaft hier sein.“ Zurzeit wird in den Räumen schon fleißig renoviert. Die Eröffnung des Cafés ist für April geplant. Die Besucher sollen auch mit einem Hotspot gelockt werden, damit sie bei Kaffee und Tee im Internet surfen können. „Das freie WLAN bei einem Geschäft am Markt zeigt ja, dass das ein Magnetpol ist“, sagt Demmin. Die Besucher müssen eine Nutzungsvereinbarung unterschreiben. Dazu kommt ein umfangreiches Freizeitangebot mit Kickertisch, Tischtennisplatte und Billardraum sowie Fernsehraum. „Viele wissen nicht, was sie tagsüber machen sollen“, so der Bürgermeister. Die Hausordnung wird in vier Sprachen aufgehängt. Eine Altersbeschränkung gebe es nicht, betont Wiese. Die Öffnungszeiten stehen noch nicht fest. „Ab 12 Uhr frühestens“, meint er. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, sei willkommen. „Auch Flüchtlinge, die schon länger hier sind, dürfen sich gerne einbringen“, betont der Streetworker. Ebenfalls gern gesehen seien Sach- und Geldspenden. Denn auch Tischtennisbälle und Billardqueues müssen noch angeschafft werden.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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