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Erste Milchtankstelle im Kreis

Wichelhof in Behrensdorf Erste Milchtankstelle im Kreis

Die Meierei zahlt nur noch 26 Cent pro Liter Milch. Wenn Katharina und Christoph Horn nicht auch Ferienwohnungen vermieten würden, sähe es nicht gut aus um den Wichelhof in Behrensdorf. Das junge Paar geht nun einen neuen Weg der Direktvermarktung: mit einer Milchtankstelle.

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Der niedrige Milchpreis brachte Christoph und Katharina Horn darauf, andere Wege der Vermarktung zu gehen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Behrensdorf. Durch Zufall entdeckte das Ehepaar an der Westküste die Milchautomaten, die 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche verfügbar sind. Im Kreis Plön sind die Horns die ersten Landwirte, die dieses Gerät aufstellen. Die nächsten Höfe mit dem Service finden sich erst in Grömitz und Schashagen. Und so funktioniert es: Jeden Tag füllt der 32-jährige Landwirt den 150-Liter-Tank des Automaten morgens mit Rohmilch, die frisch aus dem Euter der Kuh kommt. In dem Gerät wird sie auf 4 bis 5 Grad gekühlt und mit einem Rührwerk umgewälzt. Der Käufer stellt nun ein Behältnis unter den Zapfhahn, wirft einen Euro ein und drückt auf den Startknopf. Ein Liter Milch zum Mitnehmen ist fertig. Wer keine passende Flasche besitzt, kann sich vor Ort aus einem zweiten Automaten eine aussuchen. Die Rohmilch sollte vor dem Verzehr einmal aufgekocht werden. Was im Automaten bis zum Morgen übrig bleibt, bekommen die Kälber zu trinken.

Der Start war schon einmal nicht schlecht. Die Kunden füllten sich pro Tag bis zu 60 Liter ab, ohne dass die Horns Werbung für ihre neue Geschäftsidee machen mussten. „Wir freuen uns über jeden Liter, den wir so vermarkten.“ Vor allem gegen Abend kämen Kunden zu der kleinen Hütte, die im Vorgarten steht und auf die ein großes Schild hinweist. Der Landwirt hält den Standort des Wichelhofs im Ortsteil Kembs für ideal gelegen. Zwischen Hohwacht und Schönberg seien viele Urlauber mit dem Rad unterwegs. Der Ostseeküstenradweg führt direkt am Wichelhof vorbei. Aber auch Einheimische will die Familie mit ihrem Angebot ansprechen. Zum Kundenkreis zählen ebenfalls die Feriengäste auf dem Hof.

Christoph Horn glaubt, mit der Milchtankstelle genau den Geschmack und die Einkaufsgewohnheiten von heute zu treffen. Die Menschen möchten gern so anonym einkaufen wie in einem Supermarkt. Gleichzeitig sei die Milch rund um die Uhr verfügbar. Das Licht auf dem Weg zur Milchtankstelle, gesteuert durch Bewegungsmelder, ging auch schon einmal mitten in der Nacht an, musste er verwundert zur Kenntnis nehmen.

27000 Euro investierten die Horns insgesamt in ihr Projekt. In einmalige Lizenzgebühren, die Automaten, die Hütte und den neuen Weg dorthin. Beim Bauen halfen die Brüder von Christoph Horn und der Schwager kräftig mit. Für die Familie ist es auch eine Frage der Tradition, bei der Weiterentwicklung und dem Überleben des Hofs zu helfen. Das junge Paar ist die zehnte Generation, die den Wichelhof betreibt. Und mit Isabelle (4), Henrike (3) und Ante Alexander (1) ist die elfte Generation schon auf der Welt.

Hinter der Idee der Milchtankstelle steckt ein Unternehmen, das die Automaten und das Zubehör liefert und Tipps für den Verkauf gibt. Der Begriff Milchtankstelle ist von ihr als Marke geschützt, darf also nicht von jedem verwendet werden. 169 Landwirte in Deutschland machen bisher bei dem Konzept mit und bessern so ihr Einkommen auf. In Schleswig-Holstein gibt es die meisten Milchtankstellen in den Kreisen Dithmarschen und Nordfriesland.

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