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Belastende Einsätze

Notfalltruppe vor Ort Belastende Einsätze

Die Plöner Feuerwehr entwickelt sich immer mehr zur multifunktionalen Notfalltruppe. Neben der Brandbekämpfung, der Bergung von Unfallopfern und anderen technischen Hilfeleistungen unterstützen die Blauröcke immer häufiger den Rettungsdienst und die Polizei bei schwierigen Einsätzen.

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Plöns Bürgermeister Jens Paustian zeichnete Iris Pohle für 25 Jahre aktiven Dienst mit dem Brandschutzehrzeichen in Silber aus.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Diesen Eindruck vermittelte nicht nur der Tätigkeitsbericht der Wehrführung in Plöm , sondern auch ein sehr persönliches Grußwort, mit dem sich Hauptkommissar Ralph Herzfeld von der Plöner Polizei für die professionelle Zusammenarbeit bedankte.

 Ein Beispiel sei die Öffnung einer Wohnung bei der man zwei verstorbene Personen aufgefunden habe. Die Alarmierung sei wegen des verdächtigen Geruchs erfolgt, so Herzfeld. „Als wir ankamen, hatte ein Trupp bereits eine Leiter angestellt, durch die Fenster gespäht und zwei leblose Körper festgestellt.“ Nach der Türöffnung hätten dann zwei Atemschutzgeräteträger die Wohnung erkundet und den offensichtlichen Tod der Personen bestätigt.

 Dieses Vorgehen habe die psychisch sehr belastende Situation auch für alle Retter etwas sicherer gemacht, so Herzfeld. Plöns Wehrführer Horst Stüwe verdeutlichte. „Nur einen Tag später erlebten wir fast das Gleiche noch mal. Beim Betreten der Wohnung stellte der Erkundungstrupp das völlige Fehlen von Sauerstoff fest. Die beiden Bewohner hatten im geschlossenen Raum gegrillt und sind an einer Kohlenmonoxydvergiftung erstickt.“ Für Sanitäter oder Polizei ohne Atemschutz hätte der Versuch einer schnellen Hilfeleistung also mit einer Ohnmacht enden können.

 Diese teilweise sehr extremen psychischen Belastungen könne man leider kaum mindern, erklärte Plöns Bürgermeister Jans Paustian und erinnerte dabei an den Verkehrsunfall Mitte Dezember auf der B76 bei Kleinmeinsdorf, bei dem die Bösdorfer und Plöner Feuerwehrleute den toten Fahrer aus dem Autowrack herausschneiden mussten. Umso wichtiger sei es, die Wehr technisch gut auszurüsten und damit die physischen Anforderungen etwas erträglicher zu machen. So habe die Stadt 2015 einen zweiten Rettungssatz für 20000 Euro angeschafft und 11000 Euro für die Verbesserung der persönlichen Schutzbekleidung investiert. Aktuell laufe die europaweite Ausschreibung für ein etwa 300000 Euro teures neues Löschgruppenfahrzeug LF 10, das ein 28 Jahre altes LF 8 ablösen soll.

 Mit 134 Einsätzen war 2015 ein relativ ruhiges Jahr, erläuterte der stellvertretende Wehrführer Kai Böhrens. Sechs Abgänge durch Umzug oder Versetzung in die Ehrenabteilung konnten durch Neuaufnahmen kompensiert werden. Aus der Jugendwehr wurden Lina Beuck, Philipp Kröger, Linus Rosinke und Fabian Romahn verpflichtet, so dass die Wehr jetzt 75 Aktive zählt. Mit Bereket Brhane verlasse ein Flüchtling, der sich im vergangenen Jahr super integriert habe, die Wehr. Der Bauingenieur aus Eritrea werde an der Uni Kiel einige Crashkurse für seine berufliche Anerkennung belegen, erläuterte Volker Dührkoop. „Du warst für uns eine große Bereicherung.“ Außerdem gab es auch eine Reihe Ehrungen. Die Hauptfeuerwehrfrau Iris Pohle wurde für 25 Jahre aktiven Dienst mit dem Brandschutzehrenzeichen in Silber am Bande ausgezeichnet. Manfred Kantel, Joachim Michaelis und Reiner Pape erhielten die Abzeichen für 50-jährige, Bernd Borchardt, Horst Stüwe und Kai Böhrens für die 40-jährige Mitgliedschaft.

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Dirk Schneider

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