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Bildhauer gestalten Spielplatz

Kleinkühren Bildhauer gestalten Spielplatz

Über den Tunnel führt eine Brücke mit Geländer zu einem Rutschenhäuschen. Ein paar Meter weiter halten geschwungene Holzstangen das Reck und ein Kletterseil. Der Spielplatz in Kleinkühren (Gemeinde Kühren) hat keine Geräte von der Stange. Die Fläche wird von zwei Bildhauern neu gestaltet.

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Bürgermeisterin Gisela Rinck hat die Bildhauer Ingo Warnke (links) und Ulf Reisener für die Spielplatzgestaltung mit ins Boot beziehungsweise auf die Brücke geholt.

Quelle: Silke Rönnau

Kühren. Bei der jährlichen Kontrolle seien die alten Spielgeräte auf dem Areal neben dem Sportplatz im Juli 2015 vom TÜV bemängelt worden, erzählt Bürgermeisterin Gisela Rinck. Das Holz der Vogelnestschaukel sei vom Pilz befallen gewesen. Die Gemeindevertretung habe daraufhin im Dezember eine Gesamtsanierung beschlossen. Als Lehrerin an der Friedrich-Ebert-Schule habe sie immer den von Ingo Warnke und Ulf Reisener gestalteten Schulhof vor Augen. Deshalb habe sie die beiden Bildhauer, die bis zum Frühjahr auch ihr Atelier in der Gemeinde hatten, angesprochen.

 Die Gemeindevertretung beschloss, viel Geld in die Hand zu nehmen und den Spielplatz in zwei Etappen umzubauen. 15000 Euro sind für dieses Jahr eingeplant, 2017 sollen weitere 15000 Euro fließen. „Es gab Kritik, dass wir mit dem Geld aasen“, berichtet Gisela Rinck. „Aber jeder Euro, den wir in Kinder investieren, verzinst sich gut“, ist ihre Meinung. Außerdem habe die Haushaltslage diese Investition hergegeben. Und seit ihrer Amtsübernahme 2009 seien schon 10000 bis 12000 Euro allein in Wartung und Reparatur der alten Geräte geflossen.

Krummes Holz der Robinie

 Im Herbst habe es den ersten Ortstermin mit den beiden Künstlern, die ihr Atelier jetzt in Nettelsee haben, gegeben. Verwendet wurde für die Umgestaltung, in die auch bisherige Elemente wie der Spielhügel sowie die Reckstangen und das Netz einflossen, das Holz der Robinie. „Es ist so schön krumm“, schwärmt Ingo Warnke. Es werde auch immer mehr im Außenbereich eingesetzt, weil man es direkt eingraben oder einbetonieren könne, fügt Ulf Reisener hinzu. Außerdem werde es nicht vom Pilz befallen. „Ich bin schon mehrfach von Müttern angesprochen worden, dass ihre Kinder sich auf dem Platz so gut beschäftigen können“, erklärt Gisela Rinck.

 Geplant sei noch eine Pflanzaktion auf dem kleinen Hügel sowie der Bau eines Weidentipis. Auch ein Niedrigseilgarten und eine Freikletterwand stehen für die größeren Kinder auf dem Wunschzettel. Eine Vogelnest- und Doppelschaukel soll es ebenfalls wieder geben. Der Kührener Jonny Rehder hat außerdem ein Karussell selbst gebaut und will auch eine neue Wippfigur spenden.

 Warnke und Reisener haben schon mehrere Spielplätze entworfen. Wichtig sei ihnen als Künstler nicht nur, dass die Plätze gut bespielbar seien, sondern auch die Landschaftsgestaltung an sich. „Der Raum soll die Kinder animieren, alles richtig zu erfahren“, so Warnke. Man könne vorhandene Strukturen wie beispielsweise Bäume einbeziehen und auch ein bisschen experimentieren. Sie könnten sich auch vorstellen, Kunstobjekte aufzustellen. So wie die Skulptur „Cloud“ in Schönkirchen, die von Kindern und Jugendlichen als Spiel- oder Sitzfläche genutzt werde.

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