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Bleigießen mit Optimismus

Preetz Bleigießen mit Optimismus

Bleigießen gehört für viele zum liebgewonnenen Ritual zu Silvester. Für KN-online trafen sich der Geschäftsführer der Stadtwerke Schwentinental, Wolfgang Schneider, und der Preetzer Bürgermeister, Björn Demmin, um anhand der kleinen Klumpen launige Aus- und Rückblicke anzustellen.

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Ja, was ist das denn? Der pensionierte und der aktuelle Preetzer Bürgermeister, Wolfgang Schneider und Björn Demmin, schauen sich ihre Bleigüsse in der Redaktion der Kieler Nachrichten an.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Preetz. „Herzlichen Glückwunsch“, begrüßt Schneider, der im August nach 16 Jahren aus seinem Amt als Preetzer Bürgermeister ausgeschieden war, seinen Nachfolger zum Termin in der Redaktion. Hat Demmin Geburtstag? „Nein“, winkt Schneider ab, „ich gratuliere zum Umzug.“ Es sei ja nicht selbstverständlich, dass ein Bürgermeister auch vor Ort wohne. Doch das hatte Demmin bereits im Wahlkampf versprochen. Und am 21. Dezember war der Umzug von der Kreis- in die Schusterstadt erfolgt.

Nun sitzen sie gemeinsam vor zwei brennenden Kerzen mit den Utensilien in der Hand und der Wasserschüssel vor sich. „Man muss da schon mit Schwung reinwerfen“, erläutert Schneider die richtige Technik, um aus der geschmolzenen Flüssigkeit auf dem Löffel einen schönen Klumpen im Wasser zu formen. „Ich fange mal mit der Flasche an“, sagt Demmin und greift zur ersten Form, die er mitsamt Löffel über die Flamme hält. Er fischt mit den Fingern ein filigranes Gebilde aus dem Wasser. „Das ist eine Rose“, sagt er spontan, „ein Symbol der Liebe – und die Blume der Schützengilde.“ Natürlich sei er schon in die Preetzer Gilde eingetreten, verrät er. „Beim Umzug zum Schützenfest werde ich ja auch aus dem Rathaus abgeholt.“

Manchmal wäre Schneider gern gepanzert gewesen

Auch Schneider hält seine erste Figur hoch: „Das ist ein Ritterhelm mit Nackenschutz“, meint er. „Das hätte ich vorher gut gebrauchen können hier in Preetz“, spielt er auf manche Unstimmigkeit mit den Kommunalpolitikern an. Kurz nach seinem Abschied aus dem Rathaus hat Schneider als Interims-Geschäftsführer bei den Stadtwerken Schwentinental angeheuert. „Ich mache nur so lange weiter, bis man einen neuen Geschäftsführer gefunden hat“, meint er. Außerdem habe er genug mit dem Sozialverband zu tun, in dem er als Kreis- und Landesvorsitzender sowie im Bundespräsidium aktiv ist. „Mit der Kreisgeschäftsstelle ziehen wir im Februar um – der alte Standort ist zu klein und nicht barrierefrei“, kündigt er an.

Der Preetzer Bürgermeister präsentiert das nächste Gebilde. Das könnte ein Keim oder Sprössling sein. „Das sieht nach einem Baby aus“, wirft Schneider ein. „Nun hör aber auf“, wirft Demmin ein, „ich dachte, wir sind damit durch...“ Schneider greift zu der Karte mit den Erläuterungen für die Figuren und kann Demmin beruhigen: „Das mit dem Baby ist gar nicht so schlimm, das heißt häuslicher Frieden.“ Schneider hat nun einen „fliegenden Käfer mit geöffneten Flügeln“ auf seiner Handfläche liegen. „Wie gut, dass ich nicht gesagt habe, dass es ein Fisch ist. Das bedeutet nämlich üble Nachrede“, schmunzelt er.

Ds Geld fließt nur langsam

Zum Schluss legen sie den Geldsack auf den Löffel. Bei Demmin dauert es lange, bis er schmilzt. Das bedeutet wohl, dass er sich Zeit lässt mit dem Geldausgeben? „Ja“, sagt er, „das will gut überlegt sein.“ Obwohl der Preetzer Haushalt des kommenden Jahres sogar mit einem leichten Plus abschließt. Aus dem neugeformten Gebilde ragen mehrere Stäbe heraus. „Das sind Antennen“, ist sich Demmin ganz sicher. Das stehe für die Breitbandversorgung – derzeit ein großes Thema. Die Deutsche Glasfaser will die schnelle Leitung bis in jeden Haushalt verlegen. Demmin hofft, dass die dafür benötigte Anschlussquote erreicht wird.

Der Geldsack steht bei Schneider für die Summen, die der Sozialverband für die Mitglieder wieder hereinholt. Die Mitgliederzahl sei enorm gestiegen, im Land habe sie sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. „Die Menschen brauchen dringend fachliche Hilfe, die Schreiben sind viel zu kompliziert.“

Demmin blickt optimistisch in die Zukunft. „Die Themen im kommenden Jahr werden sehr spannend“, spricht der Bürgermeister unter anderem das neue Gewerbegebiet, die Breitbandversorgung und die Bauentwicklung an. Es seien Themen, bei denen man auch Ergebnisse sehen kann. „Es macht viel Spaß, wenn man etwas selbst gestalten und anschieben kann.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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