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Familie Mino muss Deutschland verlassen

Blekendorf Familie Mino muss Deutschland verlassen

Klarissa (6) muss die Schule verlassen. Teki Mino verliert seinen Job in der Landwirtschaft. Seine Frau Liza kann ihre Stelle als Haushaltshilfe nicht antreten. Nachdem die Härtefallkommission entschieden hat, muss die albanische Familie, die kein Asyl erhielt, Deutschland verlassen.

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Die albanische Familie Mino muss Deutschland verlassen (von links): Flüchtlingspatin Elke Gergs, Klarissa und Liza Mino mit ihrer Tochter Amelia auf dem Schoß, die in Deutschland geboren wurde.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Blekendorf. An die 30 Briefe unter anderem von Nachbarn, dem Bürgermeister, dem Arbeitgeber, der Schule und dem örtlichen Kindergarten mit der Bitte, die gut integrierte Familie doch im Ort zu belassen, konnten die Herzen der Mitglieder der Kommission nicht erweichen. Sie ist eine Gnadeninstanz, die den Minos ein Bleiberecht hätte aussprechen können. Doch das dürfte vor allem daran gescheitert sein, dass die Familie noch nicht fünf Jahre in Deutschland lebte. Sie kam erst im Frühjahr 2015, weil es gegen den Mann Todesdrohungen aus der Familie der Frau gegeben haben soll. 

Hoffen auf eine Wiedereinreise

Flüchtlingspatin Elke Gergs hofft dennoch auf ein gutes Ende für ihre Schützlinge. Es besteht die Möglichkeit, dass die Minos in einigen Monaten wieder legal nach Deutschland einreisen dürfen. Der Arbeitgeber, der sehr zufrieden mit Teki Mino ist, stellt ihm auch einen Ausbildungsplatz in der Landwirtschaft in Aussicht. Auf dem Betrieb hat der Albaner bisher als Helfer gearbeitet. Liza Mino steht kurz vor der Deutschprüfung auf dem A2-Niveau. Sie könnten nach ihrer Wiedereinreise, von dem, was sie verdienen, ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten, so Elke Gergs. „Es ist doch absurd, dass die erst ausreisen müssen.“ 

Hoffen auf Hilfe von der Ausländerbehörde

Doch bevor eine Rückkehr möglich ist, muss die Familie in der deutschen Botschaft in Tirana einen Visumsantrag stellen. Wie viele Monate das dauert, weiß niemand so genau. Mut macht Gergs der Fall der abgeschobenen albanischen Familie aus Kirchbarkau. Die Ausländerbehörde des Kreises half ihnen mit Rat und Tat, möglichst schnell einen Termin in der Botschaft in Tirana zu bekommen. Die Flüchtlingspatin hofft von dieser Seite auch auf Unterstützung für die Minos, zumal sie in Blekendorf auf ihren eigenen Beinen stehen würden.

Die Familie erwartet in Albanien bittere Armut. Sie kommen wahrscheinlich zunächst bei der Schwester von Liza Mino unter. Dort teilen sich dann neun Personen zwei Zimmer. Einen Arbeitsplatz hat Teki Mino im Gegensatz zu Blekendorf und Deutschland dort nicht in Aussicht. Sorgen bereitet auch die 17 Monate alte Tochter Amelia, die Probleme mit ihren Nieren hat. Gergs zweifelt daran, dass ihre medizinische Versorgung in Albanien ausreichend sein wird, zumal die Familie für Medikamente kein Geld hat. Besonders hart trifft es Klarissa (6), die gerade in der Ostseeschule eingeschult worden war. Sie ging die letzten zwei Jahre in den Kindergarten, spricht fließend deutsch und hat hier ihre Freunde. In Albanien wird sie zunächst keine Schule besuchen können.

Wann die Ausreise ansteht, ist noch unklar. Gergs will die Ausländerbehörde des Kreises darum bitten, zunächst die Sprachprüfung von Liza Mino bei der Volkshochschule im Oktober abzuwarten. 

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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