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Parkverbotsschild ist nicht erlaubt

Blekendorf Parkverbotsschild ist nicht erlaubt

Wie gut kennen Autofahrer die Straßenverkehrsordnung? Brigitte Lantsch hat eher die Erfahrung gemacht, dass es darum nicht so gut bestellt ist. Die Betreiberin der Pension Seepferdchen in Sehlendorf beklagt die vielen Falschparker vor ihrer Haustür. Und Abhilfe gibt es keine.

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Brigitte Lantsch auf dem Parkplatz ihrer kleinen Pension: Vor allem in der Feriensaison werden Falschparker auf der gegenüberliegenden Straßenseite zum großen Hindernis.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Blekendorf. Die Straße Im Winkel ist ideal für Urlauber. Eine ruhige, schmale Sackgasse nicht weit entfernt vom Sehlendorfer Strand. Viel Grün. Viele Ferienquartiere. Doch Brigitte Lantsch ärgert sich seit sie und ihr Mann im Jahr 2000 die kleine Pension übernommen haben. Das Problem: Falschparker stellen ihr Auto am Straßenrand ab – direkt gegenüber ihrer Gäste-Parkplätze. Die Folge: Die Bewohner der Pension Seepferdchen haben wegen der Enge große Probleme aus oder in ihre Park-Furt zu fahren. Wenn sie ab und zu die Parksünder angesprochen hat, gab es nur dumme Antworten. „Das ist alles sehr mühselig.“

Dabei ist die Rechtslage klar, wie Michael Landschof vom Ordnungsamt Amt Lütjenburg erklärt. Die Straße Im Winkel misst nur eine Breite von 4,43 Meter. Damit ist das Parken an dieser Stelle automatisch verboten. Im Ernstfall muss nämlich die Feuerwehr mit ihren großen Fahrzeugen durchkommen können. Falschparker wären ein brenzliges Hindernis. Außerdem: Autofahrer dürfen ihr Gefährt nicht gegenüber von Einfahrten abstellen, heißt es eindeutig in der Straßenverkehrsordnung. Es greifen also gleich zwei Verbote an dieser Stelle. Dann könnte man doch einfach ein Parkverbotsschild aufstellen und die Autofahrer, die die Spielregeln vergessen haben, wieder daran erinnern. Diesen Vorschlag machte die Familie Lantsch und fand Gehör beim Blekendorfer Bürgermeister Andreas Köpke. Von Seiten der Gemeinde ließ er ein Schild aufstellen und die Geschichte könnte ein gütliches Ende finden. Hat sie aber nicht. Auf Anordnung des Amts Lütjenburg musste das Verkehrszeichen schon nach wenigen Tagen wieder entfernt werden.

Dafür gibt Michael Landschof vom Ordnungsamt auch eine Begründung. Verkehrszeichen dürfen nur dort angeordnet werden, wo sie aufgrund besonderer Umstände zwingend geboten sind. Das gilt aber nur für die Bereiche, wo dies nicht bereits gesetzlich verboten ist. Und Im Winkel ist wegen der Straßenbreite und dem Parkverbot gegenüber von Ausfahrten genau das der Fall. Deshalb ist kein Schild erlaubt. Landschof: „Wir wollen den Schilderwald ja nicht weiter aufforsten.“

Familie Lantsch könnte nun theoretisch jedes Mal die Polizei anrufen und die Falschparker anzeigen. Das will aber niemand. Brigitte Lantsch: „Das ist doch nicht die Hauptaufgabe der Polizei. Die haben ja noch etwas anderes zu tun.“ Aber immerhin sicherte ihr der Chef der Lütjenburger Wache zu, dass seine Kollegen bei Streifenfahrten in der Gegend auch nach Falschparkern im Winkel Ausschau halten.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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