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Bojen für mehr Sicherheit

Großer Plöner See Bojen für mehr Sicherheit

Zehn Seglervereine markieren derzeit die Untiefen auf dem Großen Plöner See mit Bojen und Tonnen. Hintergrund ist der sinkende Seespiegel.

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Während Jürgen Struck (links) die Wassertiefe auslotet, bereitet Hans-Peter Beckurts das Ausbringen eines Seezeichens vor.

Quelle: Dirk Schneider

Ascheberg/Plön. „80 Zentimeter, das ist jetzt hier die flachste Stelle – raus mit der Boje“, sagt Jürgen Struck. Während der Lotse das Lot wieder einzieht, wuchten Hans-Peter Beckurts und Detlef Möller von der Ascheberger Seglergemeinschaft einen mit Beton gefüllten Reifen nebst Ankerkette über die Bordwand. Wenig später schwimmt ein orangefarbenes Seezeichen im flachen Wasser.

 Die Idee für das Projekt sei im Spätsommer vergangenen Jahres entwickelt worden, als der Pegel des Sees auf einen historischen Tiefststand gesunken sei, erläutert Beckurts. Nach der langen Trockenzeit sei nicht nur manche bekannte Flachwasserpassage für Segler unpassierbar geworden, sondern es sind auch unbekannte Findlinge und Sandbänke aufgetaucht, erinnert Beckurts. Als Reaktion darauf hätten Vertreter sämtlicher Vereine sich im Herbst getroffen und darauf geeinigt, die Gefahrenstellen einheitlich zu kennzeichnen. „Bislang gab es völlig verschiedene Warnzeichen“, so Beckurts. Im Bereich der Schlossbucht und der Prinzeninsel seien meist Pricken (Stangen mit einem Reisigbüschel) zur besseren Erkennbarkeit aufgestellt worden. Parallel dazu wurden gelbe, rote und grüne Bojen oder weiße und blaue Tonnen in verschiedenen Größen und Formen ausgebracht.

 Das neue einheitliche System basiere auf den offiziellen Schifffahrtszeichen, erklärt Struck, der als Seelotse mit der Problematik auch beruflich vertraut ist. So warnen rote Tonnen mit Kardinalzeichen vor Gefahrenstellen. Zwei übereinander stehende Dreiecke, deren Spitzen nach oben zeigen, treiben nördlich einer Untiefe. Spitzen nach unten markieren eine Südtonne, nach oben und unten steht für Ost, aufeinander stehend für West. Insgesamt werden derzeit 32 Seezeichen ausgelegt, die Struck in Handarbeit mit den Dreiecken bestückt hat. Zwölf Bojen wurden vom Bosauer Segelverein zur Verfügung gestellt, 20 Bojen wurden von den Vereinen angeschafft. Insgesamt würden die zehn Segelvereine 2000 Euro sowie zahlreiche ehrenamtliche Arbeitsstunden in das Vorhaben investieren, so Beckurts.

 Nach dem Ausbringen ermittelt das Team per GPS die genaue Position der Tonnen sowie den Verlauf der Untiefen. „Wir haben jetzt Hochwasser und markieren daher auch Stellen, die mit zwei Metern Wasser unter dem Kiel noch relativ sicher sind“, so Struck. Da der Seespiegel noch um 50 Zentimeter und mehr sinken könne, habe man damit eine ausreichende Sicherheitsreserve. „Letztlich wollen wir eine Durchfahrt für Boote mit einem Tiefgang bis 1,40 Meter gewährleisten“, erklärt Struck. Das dürfte auch für die meisten Kajütboote noch ausreichen.

 Sollten im Verlauf der Saison weitere Gefahrstellen erkannt werden, würden auch diese gekennzeichnet und vermessen, so Beckurts. Nach der Winterpause sollen dann nicht nur die Bojen wieder ausgebracht werden. „Wir planen, bis Frühjahr 2016 alle neuralgischen Punkte in die bestehende Seekarte einzutragen und eine neue Auflage drucken zu lassen.“

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