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Ein echter Schwalbensommer

Bottsand Ein echter Schwalbensommer

Es ist nicht lange her, da konnte Alexandra Macnaugthon nicht so viele Vogelarten unterscheiden. Nach knapp zwei Wochen als Vogelwärterin auf dem Bottsand kennt sie die Arten dort sehr genau. Darunter die seltenen Zwergseeschwalben, die 2017 so erfolgreich brüteten wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

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Diese junge Zwergseeschwalbe ist im Naturschutzgebiet Bottsand geschlüpft, einem der wenigen verbliebenen Brutplätze für die bedrohte Art.

Quelle: Rene Schaack

Wendtorf. Carsten Harrje, Referent des Nabu für das Naturschutzgebiet Bottsand in Wendtorf, ist froh, dass die Mühen der Artenschützer endlich Wirkung zeigen.  In diesem Jahr gab es mit 46 so viele Brutpaare wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Vogelwärter konnten vom Beobachtungsturm aus den Schlupf von 103 Küken dokumentieren – fast doppelt so viele wie 2016. „Wir gehen davon aus, dass ein knappes Drittel flügge geworden ist“, sagt Harrje.“

Bruterfolge auf Bottsand, Fehlschläge vor Laboe

Harrje bedauert, dass alle Brutversuche der Zwergseeschwalben auf der neuen Sandbank vor dem Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe wegen zu vieler Störungen durch Spaziergänger, Hunde, Angler und Kitesurfer fehlgeschlagen sind. Seit aus der Sandbank eine Halbinsel geworden ist, scheinen die Brutpaare, die es mehrfach dort versucht haben, wegen der vielen Menschen und Hunde endgültig keine Chance mehr zu haben.

Im Naturschutzgebiet auf dem Nehrungshaken Bottsand ist das Betreten verboten. Schade, fand René Schaack aus Kosel, als er vor dem Zaun stand. Doch er traf Harrje – und schließlich durfte er ins Gelände, wo dem in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft aktiven Hobby-Ornithologen fantastische Fotos gelangen.

Alexandra Macnaughton ist rund um die Uhr auf dem Bottsand. Die in Berlin lebende Psychologin hatte den Aufruf des Nabu gesehen. „Zwei Wochen mal die Klappe halten und nur Vögel gucken“, nennt die begeisterte Fotografin als Motiv für ihre Bewerbung. Sie genießt es, nur auf die Natur konzentriert zu sein.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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