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Vogelschutz mit Zaun und Haube

Bottsand Vogelschutz mit Zaun und Haube

Auf dem Bottsand leben viele Tier- und Pflanzenarten. Für die an der Ostsee seltenen Zwergseeschwalben reichen Naturschutz und Betretungsverbot aber nicht aus, sie müssen auch vor Füchsen und räuberischen Vogelarten geschützt werden. Dazu wurde jetzt auch ein spezielles Dach für den Beobachtungsturm montiert.

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Carsten Harrje (links) und Wilfried Knief montieren eine Haube für den Beobachtungsturm. Im Vordergrund liegt bereits der Draht für den Schutzzaun.

Quelle: Thomas Christiansen

Wendtorf. „Wir müssen verhindern, dass das Dach eine Sitzwarte wird“, erklärt Carsten Harrje, Referent des Nabu für das Naturschutzgebiet Bottsand. Für Unruhe im Brutgebiet könnten auch Rohrweihen sorgen, doch mit ihnen müssten die Seeschwalben allein klar kommen, meint der Biologe aus Laboe. Wichtig sei der Aufsatz für das Dach aber zum Beispiel, „damit der Uhu sich nicht nicht nachts einen Überblick verschaffen kann“.

 Die mit langen Stäben versehene und an einer Seite besonders hohe Haube für den 1982 in dem Gebiet aufgestellten Turm ist Marke Eigenbau. Harrje hat sie vor drei Jahren mit Teilen aus dem Baumarkt gebastelt. „Die hat sich schon bewährt“, sagt er. Die Vögel können zwar noch auf dem Dach sitzen, aber nicht ins Brutgebiet, sondern nur nach hinten schauen – dort könnten sie in diesen Tagen sehen, wie die Fahrrinne der Marina ausgebaggert wird.

 Während Harrje zunächst Marcel Becker zeigt, wo der mit seinem kleinen Schlepper die Vegetation abräumen soll, um den Strandbrütern eine geeignete Fläche zu schaffen, öffnet Wilfried Knief den Beobachtungsturm. „Von hier aus kann man das Brutgeschehen gut beobachten ohne zu stören“, erklärt der Ornithologe aus Probsteierhagen.

 Nach dem Freiräumen des Brutfeldes und der Montage des Spezialdachs folgt noch in dieser Woche der Aufbau des Elektrozauns, der Füchse am Eindringen hindern soll. Viel Aufwand für den Schutz einer Art, doch nach Ansicht von Harrje für die Zwergseeschwalben notwendig, weil die intensive Nutzung der Küstenlandschaften fast keine natürlichen Brutflächen mehr übrig lässt. Langjährige Beobachtungen hätten gezeigt, dass eine erfolgreiche Brut von Seeschwalben und anderen Strandbrütern ohne Unterstützung kaum noch möglich ist.

 Auf dem Bottsand brüteten in den 1960er-Jahren noch bis zu 60 Paare der Zwergseeschwalbe. Danach sank die Zahl bis auf etwa 20 Paare. Der Bau der Steinmole der Hafenausfahrt Wendtorf hat die natürliche Bildung neuer Sandhaken gestoppt. Erst Mitte der 1980er-Jahre wurden es wieder mehr Brutpaare, nachdem ein Elektrozaun aufgebaut worden war. Der verlor seine Wirkung, als die ehemals vegetationsarme Fläche zuwucherte und es schwierig wurde, die Drahtlitzen zu isolieren. Inzwischen wurde mit einem besseren Zaun erreicht, dass die Zahlen wieder steigen.

 2014 brüteten wieder fast 30 Paare, doch der Bruterfolg blieb gering, weil es einem Fuchs gelang, in das Gebiet zu kommen. 2015 waren es 30 Brutpaare, aber kein einziges Küken wurde groß, weil es ein Fuchs offenbar wieder schaffte, über den Zaun zu springen. Harrje und Knief hoffen, dass die in der zweiten Aprilhälfte erwarteten Zwergseeschwalben nun wieder erfolgreich brüten können.

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