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Bücherausleihe bleibt gebührenfrei

Heikendorf Bücherausleihe bleibt gebührenfrei

In der Heikendorfer Gemeindebücherei bleibt das Ausleihen von Büchern und anderen Medien weiterhin gebührenfrei. Das hat der Bildungs- und Sozialausschuss am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen.

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In Heikendorf wurden Zweifel laut, dass abzüglich der Verwaltungskosten mithilfe von Leihgebühren ein deutliches Plus in der Gemeindekasse verbleiben würde.

Quelle: Christoph Kuhl

Heikendorf. Ein gemeinsamer Antrag von CDU und FDP, ein Konzept zur Einführung von Leihgebühren zu erarbeiten, wurde mit den Stimmen von UWH, SPD und Grünen abgelehnt.

 Gerald Baden (CDU) und Gunnar Schulz (FDP) begründeten ihren Vorstoß unter anderem mit dem jährlichen Büchereidefizit in Höhe von rund 65000 Euro. „Als defizitäre Gemeinde müssen wir alle möglichen Einnahmequellen ausschöpfen, um nicht Kürzungen bei den Fehlbedarfszuweisungen zu riskieren wie in der Vergangenheit schon geschehen“, so Schulz. Eine Leihgebühr würde laut Baden das Bücherei-Minus verringern und gleichzeitig mit der beabsichtigten Aufstockung des Medienetats um die Gebühreneinnahmen zu einer Qualitätsverbesserung führen.

 Karla Schmerfeld (SPD) war „erstaunt über den Antrag“, der aus finanzpolitischer Sicht sicherlich nachvollziehbar sei. „Aber hier geht es um ein Stück wichtige Kulturarbeit in unserer Gemeinde, die mit der Einführung von Leihgebühren minimiert würde“, erklärte sie. Bianca Thode bezweifelt zudem, dass abzüglich der notwendigen Verwaltungskosten unterm Strich ein deutliches Plus verbleiben würde. Zuvor hatte Werner Schmidt vom Freundeskreis der Gemeindebücherei, dem die Ausschussvorsitzende Elke Wohlert (SPD) genauso wie Büchereileiterin Beate Geier ein kurzes Statement einräumte, betont, dass „der Freundeskreis seine Spendenaktionen beendet, wenn die Gemeinde eine Gebührenpflicht einführt“.

 Das jährliche Spendenaufkommen bewegt sich zwischen 4000 und 5000 Euro (2015 hatte ein Sponsor zusätzlich 2500 Euro beigesteuert). Laut Beate Geier liegt der Kostendeckungsgrad der Heikendorfer Bücherei bei 8,7 Prozent. Damit sei er genauso hoch wie in Schönkirchen trotz dortiger Leihgebühren. „Das ist mit unseren vergleichsweise hohen Mahn- und Fernleihgebühren sowie den Anmeldegebühren zu erklären“, so Geier. Berücksichtige man alle Spenden und Zuschüsse liege der Deckungsgrad in Heikendorf mit 43,5 Prozent weit über dem Landesschnitt von etwa 24 Prozent.

 Auf Vorschlag von Bürgermeister Alexander Orth wird die Verwaltung jetzt ein Zahlenwerk erarbeiten, und zwar auf Basis einer angenommenen Jahresfamiliengebühr – wie von CDU und FDP angeregt – von 12 Euro bei zudem 7 Euro Einzelgebühr. „Dann haben wir mal konkrete Zahlen“, so Orth.

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