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Lernen mit dem Schulsachen-Rap

DaZ-Zentrum Lernen mit dem Schulsachen-Rap

„Musik ist Klasse“ – das sollen auch Flüchtlingskinder in Preetz erfahren. Die Kreismusikschule (KMS) Plön will das Projekt im DaZ-Zentrum der Friedrich-Ebert-Schule am Standort Hufenweg anbieten. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde jetzt unterzeichnet.

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Die Schüler der DaZ-Klasse haben sichtlich Spaß an dem Lied, das Kreismusikschulleiter Franz-Michael Deimling (Zweiter von links) mit ihnen einübt. Auch Bürgermeister Björn Demmin und Schulleiterin Anna Wollenberg machen mit.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Die Mädchen und Jungen stellen ihre Stühle im Kreis auf und blicken mit großen Augen auf Franz-Michael Deimling. Der KMS-Leiter übt mit ihnen sowie mit Bürgermeister Björn Demmin und Schulleiterin Anna Wollenberg ein neues Stück ein, bei dem sie Schweizer Käse stapeln müssen. Zwischendurch greifen sie immer wieder an die Ohrläppchen. Die Kinder haben sichtlich ihren Spaß.

 Solche Lieder sollen auch zukünftig ihren Platz haben, erläutert Deimling den Unterricht, den zehn Musiklehrer der KMS zwei Stunden pro Woche gestalten. In der ersten Stunde werden alle 34 Kinder gemeinsam an die Musik herangeführt. Dabei wird auch die Sprache integriert, damit sie spielerisch neue Wörter lernen können. „Es gibt zum Beispiel einen Schulsachen-Rap“, erzählt Deimling. In der zweiten Stunde werden die Schüler in verschiedene Kleingruppen aufgeteilt. Dort können sie zunächst mehrere Instrumente wie Klavier, Gitarre, Geige oder Schlagzeug testen, bevor sie sich für eines entscheiden. „Wir bestellen neue Instrumente für sie – und dann geht der Unterricht richtig los“, so Deimling.

 2013 hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung 230 Millionen Euro bereitgestellt, um bildungsbenachteiligte Kinder zu fördern. Im Rahmen des Programms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung erhielt die KMS Plön 770 000 Euro. 30 000 Euro aus diesem Topf fließen nun nach Preetz. Das Projekt ist zunächst bis zum Sommer 2017 befristet. „Wie es dann weitergeht, wissen wir noch nicht“, so Deimling, der mit der Schulleiterin und dem Bürgermeister eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnete. Seit gut einem Monat musiziert die bereits mit Flüchtlingskindern im DaZ-Zentrum an der Breitenauschule in Plön.

 Lehrerin Elena von Allwörden verrät mit einem Lächeln, dass sie einen Tipp bekommen hat, sich für das Projekt zu bewerben. Nun freut sie sich, dass es so schnell geklappt hat – zumal sie selbst musikalisch nicht so fit sei, wie sie gesteht. Außerdem sei es hier egal, welchen Wissensstand die Kinder im normalen Unterricht hätten: „Mit der Musik fangen alle auf dem gleichen Level an.“ Nach den Osterferien soll es offiziell losgehen.

 „Unser Fernziel ist es, für die Grüne Note im Juni 2017 ein Konzert mit einem großen internationalen Orchester aus Flüchtlingskindern und deutschen Kindern auf die Beine zu stellen“, blickt Deimling in die Zukunft.

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