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Hirsche halten die Selenter auf Trab

Damwild Hirsche halten die Selenter auf Trab

Sie kommen rudelweise und fressen alles, was blüht und sprießt. „Im Obstgarten der Selenter Blomenburg kann Damwild praktisch Tag und Nacht beobachtet werden“, sagt Florian Liedl. Als Naturschützer, Schadensbegutachter und Einwohner schlägt der Landschaftsarchitekt aus Selent jetzt Alarm. „Der Wildverbiss im Bereich Lammershagen-Selent-Bauersdorf ist enorm.“

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Kurt Becker, Anwohner im Blomenburg-Neubaugebiet, schützt seine Blumen und Pflanzen mit Trassier- und Flatterband vor dem Damwildverbiss. Jeden Abend wiederholt er diese Prozedur.

Quelle: Christoph Kuhl

Selent/Lammershagen. Viele jüngere Obstbäume auf der Blomenburgwiese seien bereits abgestorben, nachdem die Tiere die Rinde zuvor regelrecht abgeschält hätten, berichtet Liedl bei einem Rundgang. In privaten Gärten würden zudem vorzugsweise Rosenknospen sowie andere Blumen und Pflanzen gefressen. Und selbst auf dem alten Friedhof mitten im Ort sei das Damwild schon dabei beobachtet worden, wie es sich an Grabschmuck zu schaffen macht. Kurt Becker, Anwohner im Blomenburg-Neubaugebiet, schützt seine Gartenblumen täglich aufs Neue mit Trassier- und Flatterband. Andere spannen abends Netze. „Wir haben das Damwild aus der Ferne gut im Blick. Einmal habe ich ein Rudel von 150 Tieren gezählt“, sagt Becker. Er habe sich mit seiner Frau ganz bewusst dieses mitten in der Natur gelegene Grundstück ausgesucht. Und natürlich gehöre laut Becker auch Dam- und Rehwild zu dieser Natur. „Es sollte aber doch für ein ausgewogenes Verhältnis von Mensch und Tier gesorgt werden.“

 In einer von Roswita Freiherr initiierten Unterschriftenaktion wurde in einigen Geschäften der Gemeinde dann auch gegen die „Massenhaltung von Damwild in der Landschaft“ protestiert und die Jagdbehörde aufgefordert, den Wildbestand „endlich auf ein bürger- und landschaftsverträgliches Maß zu reduzieren“. Die Aktion wurde aber schon nach kurzer Zeit wieder eingestellt. „Da kochen zu viele Emotionen hoch. Das hatte dann einfach keinen Sinn mehr“, so Roswita Freiherr.

 Das Hauptproblem liegt aus Sicht von Florian Liedl an der Jagdrevierinhaberin von Gut Lammershagen, die „ihre Hirsche liebt und deren Anzahl maximiert“. Das sei allgemein bekannt. In Jägerkreisen spreche man laut Liedl schon schmunzelnd über die „größte Wilddichte Europas“. Der Jagdbehörde würden nach seinen Informationen zu geringe Besatzstärken gemeldet. Als Folge daraus würden fehlerhafte Abschusspläne erstellt, die das Problem noch verschärfen, erklärt der Naturschützer weiter. „Das ist doch Blödsinn“, sagt Käthe Hirschberg vom Gut Lammershagen. „Wir schießen genauso viel Damwild, wie es der Abschussplan vorgibt.“ Und was die Aufregung um die weggefressenen Rosenblüten betrifft: „Ich habe meine Rosen vor vielen Jahren schon eingezäunt“, so Käthe Hirschberg.

 Für Florian Liedl, der die Jäger als Verbündete in Sachen Natur sieht, wie er betont, hat die Wildproblematik „eine neue Dimension an Schadensverursachungen für Natur und Landschaft erreicht.“ Er werde sich deshalb nun an Minister Robert Habeck als obersten Naturschutz- sowie Jagd- und Forstzuständigen wenden.

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