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Für Yorkshire-Terrier gab es keine Rettung

Angriff in Dannau Für Yorkshire-Terrier gab es keine Rettung

Ein großer, aggressiver Hund hat in einer Siedlung in Dannau einen Yorkshire-Terrier angegriffen und gezielt gebissen. Das kleine Tier musste von den Folgen der Beißattacke erlöst werden. Ihr Besitzer-Ehepaar trauert um die Hundedame Sataya, die für sie wie ein Familienmitglied war.

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Die Yorkshire-Terrier-Dame Sataya wurde in Dannau von einem großen Hund gebissen und musste eingeschläfert werden.

Quelle: Privat

Dannau. Sataya stammt ursprünglich aus Spanien und sollte dort eingeschläfert werden. Eine Tierschutzorganisation vermittelte sie nach Deutschland. Seit sechseinhalb Jahren gehörte sie zur Familie, die erst vor Kurzem nach Dannau gezogen ist. Einen „Engel auf vier Beinen“ und „unsere Kleine“ nennen der 56-jährige Mann und seine 53-jährige Frau ihren Liebling, der nun tot ist. Man frühstückte zusammen. Und wenn Herrchen und Frauchen schlafen gingen, legte sich auch Sataya hin. Im Flur hängt eine Zeichnung mit dem Hund darauf.

Um so schlimmer erlebte der Dannauer den Morgen am 4. Juni. Gegen 9 Uhr drehte er wie immer mit seiner „Kleinen“ eine Runde durch den Ort. Plötzlich sprang ein großer Hund von einem Grundstück über den Gartenzaun, schnappte sich sofort Sataya und schüttelte sie in seinem Maul, so schildert es der Mann. Er schrie das angreifende Tier an, trat nach ihm. Schließlich gelang es ihm, den vor Schmerz jammernden Terrier aus den Fängen des Angreifers zu ziehen und hochzuhalten. Sataya war offenbar so verzweifelt in diesem Moment, dass sie ihr Herrchen vor Angst in die Wange biss. Dazu sprang ihn der angreifende Hund immer wieder an. Schließlich rannte der Mann zu Spaziergängern, die Polizei und Krankenwagen alarmierten.

Der Yorkshire-Terrier lebte zu diesem Zeitpunkt noch, hatte aber schon sehr viel Blut verloren. Die Polizisten halfen dem Dannauer und fuhren ihn mit Sataya zu einem Tierarzt. Der verband das Tier, konnte aber nicht mehr tun. Wieder zu Hause schlich sich Sataya in den Garten und versteckte sich kraftlos im Gebüsch. Die Familie fühlte, dass sie langsam sterben würde und folgte dem Ratschlag des Tierarztes, sie mit einer Spritze erlösen zu lassen.

Voll mit Blut

Bilder auf dem Handy zeigen, wie das Gesicht und die Kleidung des Mannes nach der Tat voll mit Blut ist. Es stammt von ihm und der blutenden Sataya. Auch die Stelle, wo der Angriff erfolgte, hat er dokumentiert. Deutlich sind Blutflecken auf der Straße vor einem Grundstück zu erkennen.

Woher der angreifende Hund stammt, steht nicht fest. Ein in Frage kommender Hundebesitzer streitet ab, dass es sein Tier gewesen sei, und hat einen Anwalt eingeschaltet. Andere Zeugen des Geschehens außer dem Besitzer von Sataya selbst haben sich bislang nicht gemeldet.

Das Ehepaar kämpft darum, dass der Vorfall Konsequenzen hat. Sie sprechen von einer „tickenden Zeitbombe“, die – welcher Hund auch immer – in Dannau darstellt. „Was passiert, wenn er nächstes Mal ein Kind anfällt?“, fragen sie. Die Polizei hat den Vorfall aufgenommen. Weil der Hundebesitzer auch verletzt wurde, ermitteltet sie wegen Körperverletzung. Die Akten liegen mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft.

Auch das Ordnungsamt der Amtsverwaltung ist eingeschaltet. Es muss feststellen, ob es sich um einen gefährlichen Hund handelt. Als Konsequenz kann die Verwaltung anordnen, dass das Tier nur mit Maulkorb und an der Leine in der Öffentlichkeit geführt wird.

Die Trauer um Sataya und der Schrecken hat das Ehepaar auch Wochen nach dem Geschehen fest im Griff. 23 Jahre lang hätten sie Hunde gehalten. Immer wieder hätten sie Abschied nehmen müssen, wenn die Tiere eines natürlichen Todes verstorben seien. Das sei normal, sagen die beiden. Aber nach den folgenschweren Bissen werden sie sich nun keinen neuen Hund mehr anschaffen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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